Karlsruhe: Bahnfahrer von Kontrolleuren beleidigt

„Iih, das sind ja zwei Schwule“ : Karlsruher Fahrkarten-Kontrolleur ist nach homophobem Spruch seinen Job los

Eine ganz normale Straßenbahnfahrt wird für einen Karlsruher Fahrgast zum Horrorerlebnis. Er schildert auf Twitter, wie er von Ticket-Kontrolleuren homophob beleidigt wurde. Das hat Konsequenzen für den Mitarbeiter.

Diese Bahnfahrt wird der Karlsruher Twitteruser Kai wohl nicht so schnell vergessen. Er berichtet, dass er in einer Karlsruher Straßenbahn mit einem Freund von Fahrkontrolleuren homophob beleidigt worden sei.

Was war passiert? Gemeinsam mit einem Freund war Kai unterwegs in Karlsruhe, sie fuhren mit der Bahn, der Freund stiegt aus, die beiden verabschiedeten sich mit einen Kuss.

Aus dem Hintergrund vernimmt Kai vier bis fünf Mitarbeiter einer Securityfirma, die im Auftrag des Karlsruher Verkehrsverbundes (KVV) die Fahrausweise kontrollieren. Aus diesem Pulk fällt der Spruch: „Iiiih, das sind zwei Schwule“. Zudem soll ein Mitarbeiter gesagt haben: „So etwas will man doch nicht am späten Abend sehen“.

Gegenüber den „Badischen Neuesten Nachrichten“ (BNN) räumt der KVV ein, dass es diesen Vorfall gegeben hat. „Wir gehen dem Vorwurf nach und stehen schon in Kontakt mit der Security“, sagte eine Sprecherin der Redaktion. „Falls sich der Vorwurf bewahrheitet, distanzieren wir uns ganz klar von diesen Äußerungen und entschuldigen uns.“

Kai äußerte gegenüber den BNN seine Reaktion: „Ich war völlig versteinert, habe reagiert wie ferngesteuert und einfach nur mein Ticket vorgezeigt.“ Er habe sich noch nie nachts in der Bahn unsicher gefühlt. „Und jetzt fühle ich mich dort unsicher wegen Security-Leuten, die im Auftrag des KVV unterwegs sind.“

Er wünscht sich, dass der Verkehrsverbund Maßnahmen trifft: „Ich hoffe, dass diese Leute künftig nicht mehr im Auftrag des KVV unterwegs sind.“

Am Freitagnachmittag wurde bekannt, dass der Kontrolleur, der durch einen Subunternehmer für den KVV tätig war, nicht mehr für das Unternehmen tätig sein wird. Das sagte Sprecherin Sarah Fricke unserer Redaktion. Der KVV habe Kontakt mit dem Fahrgast aufgenommen, sich bei ihm entschuldigt. Fricke: „Wir hoffen, dass sich solche Vorfälle nicht wiederholen. Es tut uns sehr leid.“

Am Freitagmorgen habe das Unternehmen erste Schritte eingeleitet und den Subunternehmer über den Vorfall informiert. Unverzüglich wurden dann weitere Maßnahmen eingeleitet.

(mja)
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