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NRW-Verkehrsminister will Rave auf der Autobahn: Kampf um die Love Parade

NRW-Verkehrsminister will Rave auf der Autobahn : Kampf um die Love Parade

Berlin (RPO). Trotz Absage der Love Parade will das Ruhrgebiet um den Rave in diesem Jahr kämpfen. Die Städte der Region müssten besser zusammenarbeiten, um die Veranstaltung doch noch zu ermöglichen, forderte der nordrhein-westfälische Verkehrsminister Oliver Wittke (CDU) in einem Interview. Die "B-Parade" hofft dagegen auf mehr Trucks in Berlin.

Vergangene Woche hatte die Stadt Bochum das Techno-Spektakel mit Hinweis auf die nicht ausreichende Infrastruktur für die erwarteten Besuchermassen abgesagt.

Wittke erklärte in der "Westdeutschen Zeitung", er wolle prüfen lassen, ob die Autobahn für über eine Million Raver auch 2009 an einem Tag gesperrt werden könne. "Die A 40 haben wir ja bereits 2008 in Dortmund gesperrt; das war damals allerdings schon recht früh bei mir angefragt worden." Bei der Love Parade 2009 sei er bisher nicht eingebunden gewesen. Die Absage entspreche jedenfalls nicht dem Selbstbild des Reviers als Metropole, kritisierte der Minister. Allerdings hatten die Veranstalter bereits erklärt, ein alternativer Ort sei nicht vorgesehen.

Sie waren erst 2007 mit dem Konzept "Loveparade Metropole Ruhr 2007-2011" gestartet. In Essen und Dortmund hatte die Veranstaltung, die 1989 in Berlin mit 150 Teilnehmern angefangnen hatte, zuletzt mit 1,6 Millionen Techno-Fans eine neue Rekordmarke aufgestellt. 2010 soll das Technospektakel in Duisburg steigen, 2011 in Gelsenkirchen.

B-Parade hofft auf mehr Trucks

Derweil hoffen die Veranstalter der neuen B-Parade in Berlin, von der Bochumer Absage zu profitieren. "Wir wären froh, wenn sich die Love Parade an unserer Parade beteiligt", sagte der Organisator des Berliner Techno-Umzugs, Ralf Lips, dem "Tagesspiegel". Denkbar sei, dass alle Trucks und DJs aus Bochum nun zur B-Parade wechselten. Zudem könne die Love Parade auch gerne mit eigenem Logo auf Plakaten und Flugblättern erscheinen, über das genaue Ausmaß der Zusammenarbeit könne man reden.

Die B-Parade findet am 11. Juli auf der Straße des 17. Juni statt, 500.000 Raver werden erwartet. Insgesamt sollen 50 Wagen durch den Tiergarten rollen, die Abschlusskundgebung soll an der Siegssäule stattfinden. Der seit drei Jahren geplante Techno-Umzug galt eigentlich als Ersatz für die ins Ruhrgebiet abgewanderte Love Parade.

Ursprünglich sollte das Spektakel den Angaben zufolge schon 2006 gefeiert werden, wurde aber ebenso abgesagt wie in den Folgejahren. Nur die Begründungen wechselten: Mal waren Terminschwierigkeiten schuld, mal war eine Baustelle im Weg, mal zeigte sich der Senat angeblich nicht kooperativ.

http://www.B-parade.de/

http://www.loveparade.com/

(AP)