Temperatursturz im Süden: Kälte, Sturm und Schnee in Deutschland

Temperatursturz im Süden: Kälte, Sturm und Schnee in Deutschland

In der Nacht zu Sonntag sind die Temperaturen in ganz Deutschland unter den Gefrierpunkt gefallen. Besonders kalt war es im Osten und in der Mitte des Landes. In einigen Regionen sorgten Unwetter für Verkehrsbehinderungen.

In der Wetterstation Schmücke im Thüringer Wald wurden um 5 Uhr morgens minus 11,6 Grad gemessen, auf dem Brocken in Sachsen-Anhalt minus 14 Grad. Auch im Süden, wo in der Nacht zuvor noch vielerorts Plusgrade gemessen worden waren, wurde es eisig: In Freudenstadt zeigte das Thermometer minus 6,5 Grad an, in München waren es minus 2,4 Grad.

Der Deutsche Wetterdienst hat für den Vormittag vor allem in Süddeutschland zum Teil kräftige Schneefälle angekündigt.

Schnee und Kälte sorgten in Nordhessen für Verkehrschaos: Laut Polizei fielen zwischen 100 und 150 Bäume auf Fahrbahnen, außerdem kam es zu glätte- und schneebedingten Unfällen. In Schleswig-Holstein rissen sich in der Kieler Förde und im Meeresarm Schlei aufgrund von Sturm und Hochwasser zahlreiche Boote los. Auf der nordfriesischen Halbinsel Nordstrand prallte im Hafen eine Autofähre gegen eine Wand.

Eine positive Meldung kommt aus Leipzig: Am Leipziger Hauptbahnhof ist der Zugbetrieb wieder komplett aufgenommen worden. Einschränkungen aufgrund von Schnee und Eis gebe es derzeit nicht mehr, sagte eine Sprecherin der Deutschen Bahn am frühen Sonntagmorgen.

Wegen der Ausfälle vom Vortag werde es aber dennoch noch vereinzelt zu Verspätungen kommen. Wegen starken Schneefalls und eingefrorener Weichen konnte der Bahnhof seit Samstagmorgen weder von Fern- noch von Regionalzügen angefahren werden. ICE und IC waren umgeleitet worden, S-Bahnen so nah wie möglich herangefahren. Seit dem Nachmittag konnten erste Züge den Bahnhof bereits wieder anfahren.

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Keine Spur von frühlingshaften Temperaturen

Zum Frühlingsbeginn in der kommenden Woche bleibt es winterlich. Leichten Schneefall und Glätte sagt der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach für die nächsten Tage einschließlich des kalendarischen Frühlingsauftakts am Dienstag voraus.

Mit Temperaturen zwischen 8 Grad am Niederrhein und 0 Grad am Alpenrand bleibt es ziemlich kalt. Ein frischer Wind sorgt dafür, dass es sich trotz Sonnenscheins noch kühler anfühlt. Nachts kann es verbreitet Frost mit Höchstwerten von minus 5 bis minus 15 Grad geben. "Frühlingsbeginn habe ich nicht zu bieten", fasst Meteorologe Florian Bilgeri die Aussichten zusammen.

Der Meteorologe findet den Spätwinter nicht ungewöhnlich. "Alle fünf bis zehn Jahre muss man damit rechnen, dass im März Schnee fällt", sagt er. In der DWD-Statistik gebe es eine Reihe von Beispielen: In Wernigerode im Harz wurden am 22. März 1958 rund 59 Zentimeter der weißen Pracht gemessen. In Piding am Alpenrand waren es am 13. März 1988 75 Zentimeter, in Landsberg am 5. März 2006 78 Zentimeter und in Offenbach mitten im relativ warmen Rhein-Main-Gebiet am 13. März 2013 rund 12 Zentimeter.

Zum Auftakt der neuen Woche präsentiert das Wetter sich zweigeteilt.
Während südlich des Mains der Himmel wolkenverhangen ist und es stellenweise schneit, scheint im Norden des Landes längere Zeit die Sonne. In der Nacht können dann auch in Norddeutschland Flocken fallen. Die Temperaturen sinken auf Werte bis minus 11 Grad. Den Dienstag bestimmen überwiegend Schneeschauer. Tagsüber zeigt das Thermometer zumindest im Norden Plusgrade an, ansonsten sinken sie wieder unter die Null-Grad-Marke. Zum Mittwoch hin ändert sich wenig. Im Norden bleibt es milder als im Süden, es kann erneut schneien.

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(dpa)