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Prozess beginnt wie geplant am 6. September: Kachelmann findet Kumpel im Knast

Prozess beginnt wie geplant am 6. September : Kachelmann findet Kumpel im Knast

Mannheim (RPO). Der Prozess gegen Jörg Kachelmann wird wie geplant am 6. September eröffnet. Das teilte das Landgericht Mannheim am Freitag mit. Nach der Aufhebung des Haftbefehls hat die 5. Große Strafkammer die Terminierung überprüft. Sie sieht das Verfahren im Hinblick auf den schwerwiegenden Tatvorwurf weiterhin als eilbedürftig an, wie der Sprecher des Landgerichts erklärte.

Kachelmann gab am Freitag erstmals nach seiner Haftentlassung Fernseh-Interviews. In der ARD-Sendung "Brisant" bejahte er die Frage, ob er beim Prozess erscheinen wird. Aufgrund seines Wissens, dass er unschuldig sei, habe er keinen Grund, sich diesem zu entziehen oder fernzubleiben, sagte der Schweizer, der früher auch in Kanada gelebt hat.

Die herzliche Verabschiedung von seinem "Stockwerksbeamten" in der Mannheimer Untersuchungshaft erklärte Kachelmann damit, dass dieser "mehr als ein Kumpel" für ihn geworden sei. Der Moderator hatte sich mit einer Umarmung von dem Beamten verabschiedet.

"Alptraum noch nicht zu Ende"

Unter den Männern auf seinem Stockwerk habe "wechselseitiger Respekt" geherrscht, "das war sehr wichtig", erklärte Kachelmann. "Wie man in den Wald hineinruft", so werde man auch behandelt, habe er gelernt. Am Donnerstagabend soll Kachelmann seine Freilassung mit Freunden in Köln gefeiert haben.

Auf die Frage, was er als nächstes vorhabe, antwortete Kachelmann, er müsse nun die Hauptverhandlung zu der Vergewaltigungsklage vorbereiten. "Dieser Albtraum ist für mich noch nicht zu Ende", fügte er hinzu. Er wünsche sich, "dass er bald zu Ende geht und sich meine Unschuld in sämtlichen Gremien der deutschen Justiz durchsetzt".

Die seit 9. Juli zugelassene Anklage gegen den 52-jährigen Schweizer lautet auf besonders schwere Vergewaltigung in Verbindung mit gefährlicher Körperverletzung. Der ARD-Wettermoderator wird von einer früheren Freundin der Tat beschuldigt, er bezeichnet sich jedoch als unschuldig.

Für die Hauptverhandlung sind 15 Prozesstage bis zum 27. Oktober angesetzt. Im Fall einer Verurteilung droht Kachelmann eine Haftstrafe von fünf bis 15 Jahren.

Hier geht es zur Infostrecke: Chronik: Der Fall Jörg Kachelmann

(apd/nbe)