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Ermittlungen in Niedersachsen: Justiz jagt vier ehemalige Auschwitz-Wärter

Ermittlungen in Niedersachsen : Justiz jagt vier ehemalige Auschwitz-Wärter

Die deutschen Behörden ermitteln vier frühere KZ-Aufseher des Vernichtungslagers Auschwitz-Birkenau, die in Niedersachsen leben. Das niedersächsische Justizministerium informierte am Mittwoch den Rechtsausschuss des Landtags über den Stand entsprechender Vorermittlungen.

Sie wurden von der Zentralstelle zur Aufklärung nationalsozialistischer Verbrechen in Ludwigsburg eingeleitet. Der Vorwurf gegen die vier Männer lautet auf Beihilfe zum Mord. Die Landesregierung will die strafrechtliche Aufarbeitung von NS-Gewaltverbrechen unterstützen. Das bezieht sich auch auf laufende Ermittlungen gegen zwei in Niedersachsen wohnende frühere Angehörige der Wehrmachtsdivision "Hermann Göring". Beide stehen im Verdacht, 1944 an Massakern ihrer Einheit an italienischen Zivilisten beteiligt gewesen zu sein. "In Italien sind die militärgerichtlichen Verfahren nunmehr rechtskräftig abgeschlossen", erklärte das Justizministerium.

Während einer der beiden dabei freigesprochen wurde, war der andere in Abwesenheit wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Wegen der problematischen Rechtslage gab es bisher aber keine Auslieferung des heute 88-jährigen Rentners, der nach Medienberichten aus Harsefeld (Landkreis Stade) stammt. Allerdings führt die Staatsanwaltschaft Dortmund den Angaben zufolge aktuell ein Sammelverfahren gegen Angehörige der Einheit.

(dpa/felt)