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Von SPD- und FDP-Abgeordneten: Junge-Unions-Funktionär stahl Politikeridentitäten bei Ebay

Von SPD- und FDP-Abgeordneten : Junge-Unions-Funktionär stahl Politikeridentitäten bei Ebay

Bremen (RPO). Ein Politiker der Jungen Union in Bremen soll im Namen von SPD- und FDP-Abgeordneten betrügerische Ebay-Geschäfte abgewickelt haben. Nach Zeitungsinformationen flatterten den arglosen Opfern des Namensmissbrauchs Mahnungen über Ebay-Gebühren ins Haus, und geprellte Käufer meldeten sich mit erbosten Briefen.

Nach Informationen der Tageszeitung "taz" richtete der ehemalige Vize-Vorsitzende und und Landesgeschäftsführer der Bremer Jungen Union, der heute 21-jährige Robert-Stefan R., in den Namen von SPD- und FDP-Politikern Konten beim Internetautionshaus Ebay ein.

Bei seinen zwielichtigen Geschäften soll er einen Rechner der CDU-Landesgeschäftstelle in Bremen benutzt haben. Die "taz" nennt mehrere Politiker, denen der Missbrauch ihrer Identitäten aufgefallen sei.

Unter anderem sei die SPD-Landtagsabgeordnete Petra Emmerich-Klopatsch über einen Anwalt aufgefordert worden, Vermittlungsgebühren in Höhe von 160 Euro zu zahlen. Dem zufolge müssten in ihrem Namen etwa 4000 Euro umgesetzt worden sein. Auch der Unionspolitiker Lars Klingbeil bekam eines Tages einen Brief, in dem ein Anwalt 100 ersteigerte Briefmarken einforderte, berichtet das Blatt.

Laut "taz" hat R. gegenüber der Polizei Betrügereien bei Ebay eingeräumt. Er habe bei Vernehmungen erklärt, dass sein Handeln "nicht politisch motiviert" gewesen sei. Die Junge Union erwäge strafrechtliche Schritte gegen ihr ehemaliges Mitglied, das die Partei mittlerweile verlassen habe.