Aktuelle Umfrage: Jeder zweite Deutsche für gewerbliche Sterbehilfe

Aktuelle Umfrage : Jeder zweite Deutsche für gewerbliche Sterbehilfe

Fast die Hälfe der Deutschen spricht sich laut einer aktuellen Umfrage dafür aus, kommerzielle Sterbehilfe zu erlauben. Einem Bericht zufolge befürworten 49 Prozent der Bundesbürger die Legalisierung der gewerblichen Sterbehilfe, 41 Prozent lehnen sie ab.

Wie die "Bild am Sonntag" berichtet, befürworten 49 Prozent der Bundesbürger die Legalisierung der gewerblichen Sterbehilfe. Für die repräsentative Studie befragte das Meinungsforschungsinstitut Emnid im Auftrag des Blattes am vergangenen Donnerstag 501 Personen.

Gesetzesentwurf des Justizministeriums

Damit würde eine Mehrheit der Befragten über das Ziel des umstrittenen Gesetzentwurfs des Bundesjustizministeriums hinausgehen. Dieser sieht vor, dass gewerbsmäßige Unterstützung beim Suizid künftig mit bis zu drei Jahren Haft bestraft wird.

Demgegenüber sollen Ärzte und Pfleger laut dem Entwurf unter bestimmten Bedingungen straffrei bleiben, wenn sie Sterbehilfe unterstützen. Voraussetzung ist, dass sie zu den Patienten eine "über das rein berufliche Verhältnis hinausgehende, länger andauernde persönliche Beziehung" gehabt haben.

Solch eine Hilfestellung wollen der Umfrage zufolge 47 Prozent der Deutschen den Ärzten und Pflegern erlauben; 45 Prozent wollen dies nicht.

Angst vor dem Tod

Nach Ansicht der Deutschen Hospiz Stiftung spiegelt die Umfrage vor allem die Angst der Bundesbürger vor Krankheit und Tod wider. "Die Ergebnisse zeigen, dass viele Menschen lieber Suizid begehen würden, als abhängig von Pflege zu sein", sagte der Chef der Patientenschutzorganisation, Eugen Brysch, am Sonntag.

Neben einem Verbot der "Sterbehilfe aus den Gelben Seiten" sei daher eine grundlegende Pflegereform unerlässlich. Bislang fehlten vor allem Ansätze, um die Folgen des demografischen Wandels zu bewältigen. Brysch: "Es gibt kein Zukunftskonzept für eine älter werdende Gesellschaft."

Hier geht es zur Infostrecke: Fakten zur Sterbehilfe in Deutschland

(KNA)
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