EU-Studie: Jeder fünfte Deutsche kann nicht ausreichend lesen

EU-Studie : Jeder fünfte Deutsche kann nicht ausreichend lesen

Schlechte Nachrichten aus dem Land der Dichter und Denker: Jeder fünfte Deutsche kann nach einer EU-Studie nicht ausreichend lesen und schreiben, um seinen Alltag zu bewältigen. Das hat eine am Donnerstag veröffentlichte Studie im Auftrag der EU-Kommission ergeben.

Die Experten bezeichneten diese hohe Prozentzahl als "Alarmsignal" angesichts der in Europa herrschenden Wirtschaftskrise. Nur gut ausgebildete Schulabsolventen könnten einen Job finden und zum Wachstum der Wirtschaft beitragen.

Nach Berechnung der Experten zahlt sich die Unterstützung von Schülern direkt aus: Würde der Staat die Grundkompetenz von Schülern im Lesen, Schreiben, der Mathematik und den Naturwissenschaften besser fördern, könnte das Bruttoinlandsprodukt Europas um mehrere Billionen Euro steigen.

Die Sachverständigen schlugen mehrere Konzepte vor, um Kinder wie Erwachsene zu fördern. Dazu gehören etwa mehr Lehrer, attraktivere Bibliotheken mit digitalen Medien, mehr Aufklärung über Analphabetismus und die Förderung von Kindern mit ausländischen Wurzeln. Nicht nur in den Schulen, sondern auch in der Familie, am Arbeitsplatz und in den Medien müsse das Thema diskutiert werden.

Die 27 EU-Staaten haben sich im Schulsektor bereits konkrete Ziele gesetzt: So soll bis zum Jahr 2020 der Anteil leseschwacher 15-Jähriger von 20 auf 15 Prozent sinken.

(dpa)
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