„Guckt euch diese Scheiße an“ Böhmermann schaltet sich per Twitter in Lützerath-Protest ein

Köln · Der Satiriker zeigt bei Twitter Bilder vom Tagebau Hambach und kritisiert die Kohleförderung. Wen er dabei ins Visier nimmt und wie die Nutzer reagieren.

 Jan Böhmermann kritisiert den Tagebau Hambach bei Twitter. (Archiv)

Jan Böhmermann kritisiert den Tagebau Hambach bei Twitter. (Archiv)

Foto: dpa/Christophe Gateau

Satiriker Jan Böhmermann hat sich auf Twitter zum Tagebau Hambach geäußert. Als „gigantische, tote Löcher in der Welt“ bezeichnet er den Braunkohletagebau und zeigt dabei anscheinend aktuelle Bilder des Geländes. In diesem und weiteren Tweets kritisierte er neben der Kostenpflichtiger Inhalt Kohleförderung als solche den Energiekonzern RWE, die Ampelparteien sowie CDU/CSU und die Linke. Tausende Nutzer reagierten auf die Äußerungen.

„Guckt Euch diese Scheiße vor den Toren Kölns mal selber an“, schreibt Böhmermann am Dienstag, 3. Januar, auf der Plattform. Der Satiriker fordert die Nutzer auf „vor Euch und anderen [zu erklären], wie Ihr so etwas richtig und gesund und schlau finden könnt oder jemals gefunden habt“. Neben einem Bild von einem Aussichtspunkt an der Abbaukante zeigt ein Kartenausschnitt die Größe der abgebaggerten Fläche im Tagebau Hambach.

In den ersten zwei Tagen haben die Bilder über eine Million Menschen erreicht, rund 18.000 Nutzer reagierten auf die Äußerungen. In den Kommentaren stimmen viele Böhmermanns Haltung zu und spotten über den Aussichtspunkt an der Abbaukante, einige beziehen diese Diskussion auch auf die Räumung des Ortes Lützerath im Januar. Über 2000 Menschen retweeteten seinen Beitrag.

In weiteren Beiträgen vom und über den Tagebau im Rheinland kritisiert Böhmermann unter anderem den Abriss von Dörfern oder Kulturdenkmälern und dass den Menschen vor Ort „für ein vorgebliches ‚Gemeinwohl‘ ihre Freiheit“ genommen werde. Gleichzeitig spricht er zunächst die FDP, die in Debatten immer wieder den Freiheitsbegriff als Argument gegen Einschränkungen zugunsten des Klimaschutzes anführt, auf ihr Schweigen in der Sache an. In einer weiteren Ergänzung erwähnt er auch Grüne, CDU und CSU, die SPD sowie die Linken.

Ein weiteres Bild, das den Tagebau von einem Aussichtspunkt aus zeigt, überschreibt er am 3. Januar mit „So sieht Freiheit in Deutschland aus“.

Der Moderator des „ZDF Magazin Royale“ hatte sich in der Vergangenheit bereits kritisch zu RWE und der Braunkohleförderung geäußert. So forderte er Anfang Januar 2023 RWE auf, „Bagger dich selber weg“ und kommentierte im Oktober 2022 ein Video vom Abriss einer Kirche in Immerath mit der Frage, ob „RWE das wertvolle Kulturgut nicht stattdessen lieber mit Tomatensuppe beschmeißen“ könne.

(akir)
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