Irrtümlich festgenommener Pakistaner: "Berliner Polizisten haben mich geschlagen"

Irrtümlich festgenommener Pakistaner : "Berliner Polizisten haben mich geschlagen"

Der kurz nach dem Berliner Weihnachtsmarkt-Anschlag irrtümlich festgenommene Pakistaner hat schwere Vorwürfe gegen die deutsche Polizei erhoben.

Nach seiner Festnahme im Berliner Tiergarten sei er auf ein Polizeirevier gebracht worden, wo er sich ausziehen und fotografiert werden sollte, sagte Navid B. dem britischen "Guardian" vom Freitag. "Als ich mich gewehrt habe, fingen sie an, mich zu schlagen."

Auf dem Polizeirevier habe es große Verständigungsprobleme gegeben, weil es keinen Dolmetscher für seine balutschische Muttersprache gegeben habe, sagte B. Er gab in dem Interview mit der britischen Zeitung zudem an, dass er in Deutschland um Asyl nachgesucht habe, weil er in seiner pakistanischen Heimatprovinz einer säkularen Separatistenbewegung angehört habe.

Seine Familie in Pakistan habe Drohanrufe bekommen, nachdem durch Berichte über seine Festnahme bekannt wurde, dass er nach Deutschland geflohen sei. "Nun wissen alle, dass ich nach Deutschland geflohen bin", sagte B. "Das macht meine Familie sehr angreifbar, und ich kann sie nicht schützen."

Nach B.s Festnahme unmittelbar nach dem Weihnachtsmarkt-Anschlag am 19. Dezember hatten polizeiliche Nachforschungen ergeben, dass der Pakistaner nichts mit dem Anschlag mit zwölf Toten und etwa 50 Verletzten zu tun hatte.

(felt/AFP)
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