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Nach Papst-Entscheidung: In Städten treten viele aus der Kirche aus

Nach Papst-Entscheidung : In Städten treten viele aus der Kirche aus

München (RPO). Der Wirbel um die umstrittene Papst-Entscheidung zur ultrakonservativen Pius-Bruderschaft sorgt in vielen Städten dazu, dass viele Menschen aus der Kirche austreten.

Laut "Focus" kehrten auf dem Standesamt Stuttgart-Mitte binnen vierzehn Tagen 67 Gläubige ihrer Kirche den Rücken, im Jahr zuvor waren es im selben Zeitraum 24 gewesen. In Regensburg registrierte das Standesamt seit der Wiederaufnahme der Pius-Brüder 79 statt 34 Austritte.

In Paderborn meldet das Amtsgericht eine "ungewöhnlich hohe Zahl" von Austritten, nämlich 90 statt der sonst durchschnittlich 50 Anträgen im Monat, wie das Magazin weiter schrieb. Beim Amtsgericht Münster erklärten seit Jahresbeginn 191 Menschen ihren Abschied von der Kirche. Im Vorjahr waren es 96. Den dortigen Gerichtssprecher Benedikt Vieth zitierte das Magazin mit den Worten, seine Mitarbeiter seien zur Zeit fast nur noch mit Austritten beschäftigt.

Großen Frust bei engagierten Christen spürt auch das Zentralkomitee der deutschen Katholiken, in dem die aktiven Laien organisiert sind. "Etwa die Hälfte derer, die uns derzeit kontaktieren sagt, 'Das Fass ist zum Überlaufen voll'", zitierte das Magazin Sprecher Theodor Bolzenius.

Dass der exkommunizierte Pius-Bruder und Holocaust-Leugner Richard Williamson jüngst vom Papst wieder in die katholische Kirche aufgenommen worden war, hatte zu einem Aufschrei der Empörung und massiver Kritik an Benedikt XVI. geführt.

(AP)