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In Hamburg und Berlin: Linke Demos zum 1. Mai beginnen ohne Zwischenfälle

In Hamburg und Berlin : Linke Demos zum 1. Mai beginnen ohne Zwischenfälle

In Hamburg und Berlin haben sich Menschen zu Kundgebungen anlässlich des 1. Mais versammelt. Während die Hamburger Polizei die Lage zunächst als „ganz entspannt“ einschätzte, erwarteten die Beamten in Berlin eine „anspruchsvolle, fordernde Einsatzlage“.

In Hamburg haben am Freitag erste Kundgebungen linker und linksextremer Gruppen zum 1. Mai begonnen. Zu Zwischenfällen kam es zunächst nicht. „Ganz entspannt, alles friedlich“, lautete die Einschätzung des Polizei-Lagedienstes. Eine erste Kundgebung auf dem Rathausmarkt gegen Polizeigewalt sei bereits beendet worden.

Nach Angaben einer Polizeisprecherin wurden insgesamt 13 stationäre Versammlungen angemeldet, darunter zwei „Klassentreffen“ des vom Verfassungsschutz als gewaltorientiert eingestuften Roten Aufbaus am Bahnhof Sternschanze und Beim Grünen Jäger sowie eine „queerfeministische Kundgebung“ auf dem Hans-Albers-Platz. Am S-Bahnhof Sternschanze versammelten sich am Nachmittag vor einer Bühne zunächst mehr Menschen als erlaubt. Die Polizei sperrte nach Beobachtung eines dpa-Fotografen den Ort ab und ließ keine neuen Teilnehmer mehr hinein.

Coronabedingt dürfen Demonstrationszüge laut Hamburger Polizei höchstens 50 Teilnehmer haben, stehende Versammlungen mit Ausnahmegenehmigung maximal 200. Außerdem gilt ab 21.00 Uhr in Hamburg eine Ausgangsbeschränkung.

Hunderte Menschen demonstrieren auch in Berlin-Wedding gegen den Kapitalismus und für gesellschaftlichen Veränderungen. Der Protestzug mit überwiegend jungen Teilnehmern startete am Freitagabend am Leopoldplatz. Polizisten begleiteten die Demonstration, die zum S-Bahnhof Gesundbrunnen führen sollte. Die Polizei gab die Zahl der Demonstranten mit knapp 1000 an. Die Demonstranten trugen Mund-Nasen-Schutz.

Skandiert wurde etwa „Keine Rendite mit der Miete“. Auf Transparenten stand: „Die Reichen sollen zahlen“, „Wohnraum, Betriebe und Krankenhäuser in unsere Hände“ oder „Obdachlosigkeit beenden“. Linke und linksradikale Gruppen hatten unter dem Motto „Von der Krise zur Enteignung“ zu dem Protest aufgerufen.

Am späteren Abend wollten noch feministische Frauengruppen mit dem Motto „Take back the night - Wir nehmen uns die Nacht zurück“ durch Kreuzberg laufen.

Die Polizei wollte rund um den 1. Mai mit etwa 5000 Beamte im Einsatz sein. Zahlreiche Demonstrationen sind angemeldet worden. Polizeipräsidentin Barbara Slowik erwartete eine „anspruchsvolle, fordernde Einsatzlage“. Sie kündigte im RBB-Inforadion an, bei Verstößen gegen die Corona-Regeln würden Demonstrationen schnell aufgelöst.

(chal/dpa)