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In Hamburg gibt es das erste Mensch-Tier-Grab

Hund "Flocki" wird beerdigt : In Hamburg gibt es das erste Mensch-Tier-Grab

Hund "Flocki" ist der erste Vierbeiner, der auf dem neuen Grabfeld für Mensch und Tier in Hamburg bestattet wird. Frauchen Ingrid B. wird nach eigenem Willen einmal direkt neben ihrem Haustier die letzte Ruhe finden.

Noch ist die 72-Jährige aber quicklebendig und heilfroh, dass ihr bereits vor einem Jahr verstorbener Hund ein würdiges Grab bekommt. "Flocki war mein Freund, den ich ziemlich vermisse", sagte die Hamburgerin der Katholischen Nachrichten-Agentur. Die Beisetzung finde am 7. Mai auf dem Ohlsdorfer Friedhof statt.

Der "Westie" (West Highland White Terrier) sei ein Geschenk ihres verstorbenen Mannes gewesen und habe über 13 Jahre lang bei ihr gelebt, so Ingrid B. Bislang stehe die Urne bei ihr im Wohnzimmer. Sie selbst werde einst in einem Urnengrab neben "Flocki" beigesetzt.

In Hamburg können Menschen und ihre Haustiere nach einer Gesetzesreform seit dem 1. März gemeinsam bestattet werden. Der Friedhof Ohlsdorf hat dazu einen eigenen Bereich mit 120 Gräbern ausgewiesen. Bislang seien sieben Grabstätten vergeben worden, sagte der Sprecher der Betreibergesellschaft "Hamburger Friedhöfe", Lutz Rehkopf. Insgesamt gebe es aber bereits rund 100 Anfragen. Aufgrund der guten Resonanz sei eine Erweiterung geplant.

Hund, Katze oder andere kleinere Tiere müssen vor der Beisetzung eingeäschert werden. Ihre Besitzer können wahlweise im Sarg oder in der Urne bestattet werden. Auch eine Beisetzung mehrerer Tiere oder Menschen gemeinsam ist möglich.

Als sie von der Möglichkeit der Mensch-Tier-Bestattung erfahren habe, habe sie sich direkt an die Friedhofsverwaltung gewandt, sagte Ingrid B. Ihr Mann sei auf See bestattet worden und habe daher kein Grab. "Nun habe ich endlich einen Platz, wo ich trauern und Blümchen ablegen kann." Die Beisetzung, die sie zusammen mit ihrer Tochter vornehmen will, solle unspektakulär ablaufen. "Wir werden die Urne einfach in das vorbereitete Loch legen."

In Deutschland gibt es rund 150 reine Tierfriedhöfe; Mensch-Tier-Bestattungen sind dagegen bislang nur in einigen wenigen Kommunen möglich. Meist sind die städtischen und kirchlichen Friedhöfe nur für Menschen da. Tiere können jedoch - wie auch in dem neuen Hamburger Gesetz - als Grabbeigabe angesehen werden.

(felt/kna)