Der Kannibale plaudert im TV: "Im Prinzip bin ich ein ganz normaler Mensch"

Der Kannibale plaudert im TV : "Im Prinzip bin ich ein ganz normaler Mensch"

Köln (RPO). Er trägt ein blaues Hemd, eine beigefarbene Stoffhose, Turnschuhe. Der Körper ist leicht nach vorne geneigt, sein Blick ruhig. Er ist der Mann, der als Kannibale von Rotenburg Geschichte schrieb. Kriminalgeschichte, denn er ist wegen des Verzehrs eines Menschen zu lebenslanger Haft verurteilt. Beim Kölner TV-Sender RTL wurde am Montag ein Interview mit Armin Meiwes ausgestrahlt.

Der TV-Autor und Produzent Günter Stampf hatte vor Gericht eine Genehmigung erhalten, Armin Meiwes mit einer Kamera im Gefängnis in Kassel interviewen zu dürfen. Armin Meiwes berichtet mit ruhiger Stimme, dass Menschenfleisch wie Schweinefleisch schmecke, "nur etwas herber, kräftiger".

Ungerührt plaudert Armin Meiwes, wie er sein Opfer, Bernd Brandes, im März 2001 gegessen habe: Als Steak, mit Salz, Pfeffer, Knoblauch und Muskat gewürzt.

"Wer sich da nicht hineindenken kann, für den ist es was Monströses. Nur, im Prinzip bin ich ein ganz normaler Mensch", schätzt Meiwes sich in dem Beitrag selbst ein.

Seine Mutter habe ihm früher Märchen erzählt, er mochte "Hänsel und Gretel". "Interessant war, wo dieser Hänsel verspeist werden sollte. Man glaubt auch gar nicht, wie viele Hänsel im Internet herumsausen." Armin Meiwes hatte im Internet mit mehr als 400 Männern Kontakt.

RTL sendete die Doku erst nach 23 Uhr aus, ohne Werbung. "Alles andere wäre pietätlos", so Sprecherin Heike Schultz gegenüber dem "Express".

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