Mindestens 50 Tote nach Taifunen auf Philippinen Hunderttausende von Wassermassen eingeschlossen

Manila (RPO). Nach dem Wüten des Taifuns "Nalgae" über den Philippinen haben Rettungskräfte am Sonntag nach Vermissten gesucht und Hilfsgüter in die am stärksten betroffenen Regionen gebracht. Vor wenigen Tagen forderte der Wirbelsturm "Nesat" bereits 56 Todesopfer, nun kamen am Samstag drei weitere Menschen ums Leben, als "Nalgae" über die Provinz Isabela und die Hauptinsel Luzon hinwegzog.

 Hunderttausende sind nach Überschwemmungen auf den Philippinen von Wassermassen eingeschlossen

Hunderttausende sind nach Überschwemmungen auf den Philippinen von Wassermassen eingeschlossen

Foto: AFP, AFP

Hunderttausende Menschen waren nach Überschwemmungen von Wassermassen eingeschlossen, viele mussten sich auf Hausdächer retten. "Wir können nicht alle retten", klagte etwa James de Jesus, Bürgermeister der besonders schwer getroffenen Stadt Calumpit. "Es sind einfach zu viele, das ist unmöglich."

Unterdessen trafen die Behörden in China wegen der erwarteten Ankunft des Taifuns "Nalgae" erste Sicherheitsmaßnahmen. Der Nationale Wetterdienst rechne im Süden des Landes sowie auf der Insel Hainan für die kommenden drei Tage mit heftigem Regen und starken Winden, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Xinhua.

Einwohnern der betroffenen Gebiete werde geraten, in ihren Häusern zu bleiben und größere Veranstaltungen abzusagen. "Nalgae" zog mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 160 Kilometern pro Stunde über das Südchinesische Meer in Richtung China.

Angesicht des verheerenden Überschwemmungen suchten in den Philippinen fast 400.000 Menschen in Evakuierungszentren oder bei Verwandten und Freunden Zuflucht. In der Provinz Botonc trafen Felsbrocken nach einem Erdrutsch einen Minibus. Dabei wurden nach Angaben der Behörden ein Mensch getötet und ein weiterer verletzt.

Junge ertrinkt in den Fluten

In der Stadt Camiling in der Provinz Tarlac suchte ein Mann mit seinen zwei Neffen Schutz vor den Fluten, als einer der Jungen von einem reißenden Fluss fortgeschwemmt wurde und ertrank. In einem nahe gelegenen Dorf sei ein weiterer Mann in den Fluten ums Leben gekommen, sagte der örtliche Katastrophenschutzbeauftragte Marvin Guiang. Um Unfälle zu vermeiden, stellten die Behörden in einigen Regionen vorübergehend den Strom ab.

In der nördlich von Manila gelegenen Provinz Bulacan mussten die Bewohner mehrerer Dörfer den vierten Tag in Folge auf ihren Hausdächern ausharren, einige von ihnen ohne Nahrungsmittel und Trinkwasser. Rettungskräfte in Schlauchbooten konnten die Menschen wegen der engen Zugangswege häufig nicht erreichen. Zwei Hubschrauber der Luftwaffe würden die Menschen auf den Dächern nun mit Wasser und Lebensmittelpaket versorgen, teilten die Behörden mit.

Der Bürgermeister der Ortschaft Calumpit, James de Jesus, sagte, die Pegelstände gingen langsam zurück. Für eine Entwarnung sei es jedoch noch zu früh. "Es ist immer noch kritisch. Es gibt immer noch Häuser, die wir nicht erreichen können", sagte Jesus dem Radiosender DZBB.

Der Leiter des Zivilschutzamtes, Benito Ramos, zeigte sich am Sonntag besorgt, dass die neuen Niederschläge in tiefer gelegene Gebiete fließen und dort zu weiteren Überschwemmungen führen könnten. Er kritisierte die Bewohner, die trotz des Evakuierungsbefehls in ihren Häusern ausharrten.

In einer im Fernsehen übertragenen Sitzung wies Präsident Benigno Aquino III. die Katastrophenschutzbehörden des Landes an, nach Wegen zu suchen, wie Dorfbewohner und Fischer künftig zur Evakuierung gezwungen werden könnten, um weitere Todesopfer zu verhindern.

(AFP/DAPD)