Katastrophe in Süddeutschland Weiterer Damm droht zu brechen – Feuerwehrmann stirbt in den Fluten

Update | Stuttgart/München · Dauerregen hat in Süddeutschland zu schwerem Hochwasser geführt. Im Landkreis Pfaffenhofen droht aktuell ein weiterer Dammbruch. Zwischen Donau und Schmutter werden am Sonntagabend mehrere Orte evakuiert. Am Montag kommt der Kanzler ins Katastrophengebiet.

Fotos: Hochwasser in Süddeutschland – Retter im Einsatz​
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Hochwasser in Süddeutschland – Retter im Einsatz

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Foto: dpa/Armin Weigel

Im oberbayerischen Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm droht ein weiterer Dammbruch. Die Wassermassen könnten nun einen weiteren Damm an dem Fluss Paar - ein Nebenfluss der Donau - brechen lassen, nun im Bereich von Manching, teilte das Landratsamt am Sonntagnachmittag mit.

Die Behörden riefen die Bewohner der Orte Rottmannshart, Westenhausen, Lindach, Ernsgaden, Irsching und Knodorf auf, sich in höhere Stockwerke zu begeben. Über das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe sei eine Warnmeldung „Extreme Gefahr“ für diese Bereiche herausgegeben worden.

 Luftbildaufnahmen zeigen die aus den Ufern getretene Ilm in Pfaffenhofen.

Luftbildaufnahmen zeigen die aus den Ufern getretene Ilm in Pfaffenhofen.

Foto: dpa/Jason Tschepljakow

Evakuierungen nahe der Donau

Mehrere Ortschaften nahe der Donau und der Schmutter im schwäbischen Landkreis Donau-Ries müssen evakuiert werden. Als Grund gab das Landratsamt in Donauwörth am Sonntagabend unter anderem die massive Durchweichung eines Dammes an. Betroffen sind die Orte Auchsesheim und Heißesheim sowie Teile von Nordheim, Mertingen, Asbach-Bäumenheim und Urfahrhof. Die Behörde rief die Menschen auf, Ruhe zu bewahren, das Notwendigste zu packen und den Anweisungen der Einsatzkräfte zu folgen. Zudem wurden Notunterkünfte bereitgestellt.

Nach den tagelangen Dauerregenfällen sind angesichts übergelaufener Flüsse und Bäche in Süddeutschland Nothelfer im Einsatz – und das bereits ebenfalls seit Tagen. Allein in Bayern seien rund 40.000 Einsatzkräfte unterwegs, sagte Ministerpräsident Markus Söder (CSU) am Sonntag vor Journalisten im oberbayerischen Reichertshofen. „Das Wichtigste wird jetzt sein in den nächsten Stunden, die Ablösungen gut zu organisieren.“

Vizekanzler Robert Habeck (Grüne) und der bayerische Minitserpräsident Markus Söder (CSU) am Rande einer überfluteten Straße in Reichertshofen.

Vizekanzler Robert Habeck (Grüne) und der bayerische Minitserpräsident Markus Söder (CSU) am Rande einer überfluteten Straße in Reichertshofen.

Foto: dpa/Sven Hoppe

Ein Vertreter der Feuerwehr sagte, im Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm herrsche aktuell ein unberechenbares Hochwasser, „das wir so auch noch nie verzeichnen mussten.“ Der Markt Reichertshofen werde aktuell überflutet. „Wir können nichts mehr tun, wir müssen quasi jetzt aufgeben. Aber aufgeben heißt nicht, dass wir Leib und Leben dafür riskieren, das haben wir im Griff.“

Dort ist am Sonntag ein Damm an zwei Stellen gebrochen. Es handele sich um einen Damm im Bereich der Gemeinde Baar-Ebenhausen am Fluss Paar, einem Nebenfluss der Donau, sagte ein Sprecher des Landratsamtes.

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Foto: dpa/Thomas Banneyer

Söder richtete den zahlreichen Einsatzkräften in Reichertshofen erneut ein „herzliches Dankeschön“ aus. „Dass das was Ernstes ist, sieht man daran, dass ein Kollege ums Leben gekommen ist. Deswegen gilt trotz aller Arbeit, die wir haben, auch die Trauer für denjenigen, der es nicht geschafft hat.“ Söder dankte auch der Bundeswehr, die jetzt verstärkt zum Einsatz komme. „Das hilft alles. Jede helfende Kraft ist da hervorragend geeignet.“

Söder: „Es geht da wirklich um Leib und Leben“

Zugleich appellierte der Ministerpräsident an Betroffene, Warnungen per Smartphone ernst zu nehmen. „Wenn sie irgendwo den Handyalarm bekommen und die Aufforderung rauszugehen, zu evakuieren: nicht noch den Koffer packen, nicht noch alle möglichen Gegenstände mitnehmen, sondern einfach dann in dem Moment rausgehen. Es geht da wirklich um Leib und Leben.“

Im Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm war in der Nacht ein Feuerwehrmann bei einer Rettungsaktion ums Leben gekommen. Er sei bei einem Einsatz mit drei Kollegen mit dem Schlauchboot gekentert und am Morgen tot geborgen worden, teilte ein Sprecher des Landratsamts am Sonntagmorgen mit.

Das Unglück ereignete sich demnach bei den Gemeindeteilen Uttenhofen und Affalterbach. Der 42 Jahre alte Mann war mit drei Kollegen auf der Ilm unterwegs, um eine Familie zu retten. Dabei sei das Boot gekentert. Die drei anderen Feuerwehrleute konnten gerettet werden. Einer von ihnen wurde zunächst im Krankenhaus behandelt, die beiden anderen durften direkt nach Hause.

Im bayerischen Schrobenhausen wird unterdessen seit Samstagabend eine 43-jährige Frau vermisst – sie wird in einem vollgelaufenen Keller vermutet. Wie das Polizeipräsidium Oberbayern am Sonntag mitteilte, hielt sich Frau im Untergeschoss eines Mehrfamilienhauses auf. Rettungskräften in der Stadt zwischen Augsburg und Ingolstadt gelang es wegen der Hochwasserlage bislang nicht, in den Keller vorzudringen.

Tod eines Feuerwehrmanns schockiert Vizekanzler

Auch Vizekanzler Robert Habeck (Grüne) hat bei einem Besuch im Hochwassergebiet in Oberbayern den Rettungskräften für ihre Arbeit gedankt. Die Nachricht vom Tod eines Feuerwehrmanns habe ihn „aus den Gummistiefeln“ gehauen, sagte der Bundeswirtschaftsminister am Sonntag bei einem gemeinsamen Besuch in Reichertshofen.

Der Verlust eines Lebens zeige einmal mehr, „was Sie riskieren, was die Freiwilligen, aber auch die Berufsfeuerwehren, die Einsatzkräfte, der THW, alle freiwilligen Helfer, bereit sind, aufs Spiel zu setzen“. Es müsse nun alles dem Ziel untergeordnet werden, dass die Menschen, die sich in Gefahr befänden, geborgen würden. „Wenn es weitere Hilfsgesuche gibt, dann werden die sicher erfüllt werden“, sagte Habeck. Er machte sich bei seinem Besuch gemeinsam mit Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder und Landesinnenminister Joachim Herrmann (beide CSU) ein Bild von der Lage.

Bundeskanzler Olaf Scholz hat den Rettungskräften und Helfern in den Hochwassergebieten seinen Dank und Respekt ausgesprochen. „Der Tod eines Feuerwehrmanns in Pfaffenhofen macht mich betroffen“, schrieb der SPD-Politiker zudem am Sonntag auf X. „Meine Gedanken sind bei seinen Angehörigen und Kolleginnen und Kollegen.“

Scholz reist nach Reichertshofen

Scholz wird am Montag ins Hochwassergebiet in Bayern reisen. Das teilte ein Regierungssprecher am Sonntagabend in Berlin mit. Scholz werde sich am Vormittag vor Ort zusammen mit Bundesinnenministerin Nancy Faeser sowie dem bayerischen Ministerpräsidenten Markus Söder und dem bayerischen Innenminister Joachim Herrmann einen Überblick verschaffen. Ziel sei Reichertshofen südlich von Ingolstadt. Scholz werde sich bei dem Besuch mit den Einsatzkräften austauschen.

Bei Stromarbeiten im oberbayerischen Landkreis Freising ist derweil ein Mann lebensgefährlich verletzt worden. Der 27 Jahre alte Beschäftigte eines Energieunternehmens habe einen Stromschlag erlitten, sagte ein Sprecher des Polizeipräsidiums Oberbayern Nord am Sonntag. Er sei aus einem überfluteten Bereich am Rathaus in Allershausen geborgen und mit dem Rettungshubschrauber in ein Krankenhaus geflogen worden. Es sei anzunehmen, dass die Arbeiten im Zusammenhang mit dem Hochwasser gestanden hätten.

Katastrophenfall in zehn bayerischen Kommunen

Bis zum späten Samstagabend hatten in Bayern zehn Kommunen den Katastrophenfall ausgerufen, da die Donau und mehrere ihrer Zuflüsse bedrohlich anschwollen. An mehreren Pegeln in Bayern lag das Hochwasser weiter bei der höchsten Meldestufe vier. Teilweise gab es Pegelstände, wie sie statistisch gesehen nur einmal in hundert Jahren erreicht werden. Der Schwerpunkt lag in der Nacht zum Sonntag noch bei den südlichen Donauzuflüssen Günz, Mindel, Zusam, Schmutter, Paar, Abens, Ilm und Amper sowie an der oberen Donau, wie der Hochwassernachrichtendienst mitteilte. Dort seien in der Nacht die Scheitel erreicht worden.

Einsatzkräfte in der Nacht auf Sonntag (2. Juni 2024) bei Schwäbisch Gmünd, wo zwei ICE-Waggons entgleist waren.

Einsatzkräfte in der Nacht auf Sonntag (2. Juni 2024) bei Schwäbisch Gmünd, wo zwei ICE-Waggons entgleist waren.

Foto: dpa/Fabian Koss

Seit Freitag hatte es mancherorts ununterbrochen geregnet. Dabei ist mitunter innerhalb von 24 Stunden mehr Regen fallen lassen, als im Durchschnitt in einem Monat erwartet wird. In Kißlegg in Baden-Württemberg seien am Freitag 130 Liter auf den Quadratmeter an einem Tag gefallen, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) in Offenbach mit. Im Schnitt würden dort in einem Monat 118 Liter erwartet. In Bad Wörishofen in Bayern seien es bei dem Starkregen 129 Liter binnen 24 Stunden gewesen, der Schnitt liege bei 101 Litern im Monat. Das seien im Schnitt in der Unwetterregion im Süden alles Monatswerte, was innerhalb eines Tages an Niederschlag gefallen sei.

Neue Regenfälle erwartet – Entspannung ab Dienstag

Für den Nachmittag wurde erneut Regen erwartet. Laut DWD sind südlich des Mains bis zur Donau erneut heftige Gewitter mit Niederschlagsmengen von bis 25 Litern pro Quadratmeter in kurzer Zeit möglich. Örtlich könnten es in kurzer Zeit bei Unwettern auch bis zu 40 Liter werden. Am Abend ziehen die Unwetter Richtung Süden und es gebe im Alpenvorland kräftige Gewitter und Starkregen. Immerhin ist in fast allen betroffenen Regionen ab Dienstag mit einer Entspannung der Wetterlage zu rechnen.

Besonders gefährdet von den Schauern und Gewittern am Sonntag seien die Schwäbische Alb sowie Bereiche etwas nördlich davon sowie die Region um Augsburg, Nürnberg, Bamberg und Regensburg. Im Landkreis Augsburg wurden in der Nacht die Evakuierungsaufrufe mehrmals ausgeweitet. Betroffen waren vor allem Kommunen am Fluss Schmutter. In der Augsburger Messe wurde eine Notunterkunft eingerichtet.

3000 Menschen mit Booten und Hubschraubern gerettet

Allein in Bayern sind laut Landesinnenministerium bislang 3000 Menschen von Evakuierungen betroffen. Menschen wurden auch mit Booten und Hubschrauber aus ihren Häusern geholt. Vielerorts wurde der Strom vorsorglich abgeschaltet. In Babenhausen südlich von Ulm retteten Einsatzkräfte Menschen mit Booten aus ihren Häusern. Dort fiel auch teilweise das Handynetz aus. Wer Hilfe brauche und keinen Notruf absetzen könne, solle ein weißes Laken oder Tuch zum Fenster heraushängen oder – wenn möglich – sich am Fenster bemerkbar machen, um auf seine Notlage aufmerksam zu machen, gab das Landratsamt Anweisung.

In Fischach im Landkreis Augsburg holten Helfer Menschen mit einem Hubschrauber aus ihren Häusern. Die Bewohner hätten auf andere Weise den Ort nicht mehr verlassen können, sagte eine Sprecherin des Landratsamtes.

Autobahnen gesperrt

Die Autobahn 9 in Oberbayern ist nach dem Dammbruch teilweise gesperrt worden. Betroffen ist laut Autobahn GmbH zum einen der Abschnitt zwischen Ingolstadt-Süd und Langenbruck in beiden Fahrtrichtungen. Zudem sei der Abschnitt zwischen Pfaffenhofen und dem Autobahnkreuz Neufahrn erheblich eingeschränkt. Es werde empfohlen, den gesamten Bereich großräumig zu umfahren. Weitere Einschränkungen durch Überflutungen gab es zudem auf der A8 in Fahrtrichtung München im Bereich von Sulzemoos.

ICE-Waggons in Schwäbisch Gmünd entgleist

Nach dem Dauerregen der vergangenen Tage entgleisten am späten Samstagabend im baden-württembergischen Schwäbisch Gmünd zwei Waggons eines ICE. Die 185 Passagiere blieben laut einem Bahnsprecher bei dem Unglück unverletzt und wurden aus dem Zug evakuiert. Der Zug war wegen des Hochwassers in Süddeutschland auf die Strecke umgeleitet worden, auf der sich das Unglück ereignete.

Die nach einem Erdrutsch gesperrte Bahnstrecke ist mittlerweile eingleisig wieder befahrbar. Es seien aber nur geringe Geschwindigkeiten möglich, sagte eine Bahnsprecherin am Sonntag. Die Aufräumarbeiten am entgleisten Zug laufen, wie die Sprecherin erklärte. Der ICE sei wieder auf die Gleise gestellt worden und warte darauf, abgeschleppt zu werden. Wie lange die Sperrung andauert, ist unklar.

Aber Fahrgäste müssen sich wegen der Unwetter auch am Montag auf Einschränkungen im Zugverkehr einstellen. Die Deutsche Bahn hat ihre Kulanzregelung daher auf Montag ausgedehnt: Wer bis einschließlich Sonntag eine Fahrkarte für den Zeitraum von Sonntag bis diesen Montag gekauft hat und seine Fahrt wegen der Unwetterschäden verschieben möchten, kann später reisen. Die Zugbindung sei für diese Fahrkarten aufgehoben, teilte das Unternehmen am Sonntag mit. In welchem Umfang der Verkehr beeinträchtigt ist, lässt sich nach Angaben einer Sprecherin noch nicht beziffern.

Am Sonntag waren mehrere Fernverkehrsstrecken im Süden betroffen. Züge fielen aus, etwa auf den Strecken München-Nürnberg-Berlin, Stuttgart-Mannheim-Frankfurt sowie Karlsruhe-Stuttgart-Crailsheim-Nürnberg und Karlsruh-Stuttgart-Ulm-Augsburg-München. Die Bahn riet von Reisen in Gebieten in Bayern und Baden-Württemberg ab, die von Hochwasser betroffen sind.

Altenheime in Bayern evakuiert

Wegen steigender Wasserstände des Flusses Paar wurden in der Nacht 140 Menschen aus zwei Altenheimen in dem oberbayerischen Landkreis in Sicherheit gebracht. Mindestens 100 weitere Menschen seien von Evakuierungen in ufernahen Bereichen betroffen gewesen, wie Landrat Albert Gürtner (Freie Wähler) sagte.

Im oberbayerischen Schrobenhausen bereiteten Feuerwehr und Rettungskräfte am späten Samstagabend Feuerwehr und Rettungskräfte die Evakuierung von 670 Menschen vor. Auch diese Kommune hatte zuvor den Katastrophenfall ausgerufen.

Bundeswehr im Einsatz

In den Hochwassergebieten im bayerischen Landkreis Dillingen an der Donau hilft seit Sonntagmorgen die Bundeswehr im Kampf gegen das Hochwasser. Rund 70 Mann der Bundeswehr seien zur Unterstützung der Hilfskräfte im Landkreis im Einsatz, teilte das Landratsamt mit. 30 Mann unterstützten beim Befüllen von Sandsäcken in der Stadt Höchstädt, sie sollten anschließend in der Stadt Wertingen bei der Verbauung von Sandsäcken helfen. Weitere 40 Mann seien in Peterswörth, einem Gemeindeteil der Stadt Gundelfingen, mit dem Aufbau von Sandsäcken beschäftigt. Dort sei die Donau linksseitig in Flussrichtung über die Ufer getreten. Ein am Vortag errichteter Behelfsdamm sei gebrochen. Der Krisenstab des Landratsamts hatte am Vortag bei der Bundeswehr Hilfe angefordert.

Auch anderswo wurden Bundeswehrsoldaten eingesetzt: „Die Bundeswehr unterstützt die beiden Landkreise Günzburg und Aichach-Friedberg, nachdem beide Landkreise einen offiziellen Antrag gestellt hatten“, sagte eine Bundeswehr-Sprecherin des Landeskommandos Bayern dem Sender Antenne Bayern am Samstag. In Memmingen wurden wegen Hochwassers etwa 100 Häftlinge eines Gefängnisses in Sicherheit gebracht.

Bundesinnenministerin Nancy Faeser sicherte den Regionen weitere Unterstützung zu. „Wegen des schweren Dauerregens und drohender Überflutungen ist das THW bundesweit darauf vorbereitet, weitere Kräfte in den Einsatz zu bringen“, teilte die SPD-Politikerin mit Blick auf Einsatzkräfte des Technischen Hilfswerks (THW) mit. „Wir werden die betroffenen Bundesländer weiter mit allen verfügbaren Kräften unterstützen.“ Mehr als 500 THW-Kräfte waren im Einsatz. Hunderte dürften es bei den Feuerwehren sein.

Schifffahrt im Rhein beeinträchtigt - Köln und Düsseldorf ab Mittwoch betroffen

Infolge der heftigen Regenfälle in Süddeutschland sind auch die Flusspegel entlang des Rheins gestiegen, die Schifffahrt wurde teilweise eingestellt. Auf einem Teilstück des Oberrheins bei Karlsruhe dürfen seit Samstag keine Schiffe mehr fahren, wie die Hochwasservorhersagezentrale Rheinland-Pfalz mitteilte. Dort hatte der Pegel in Maximiliansau am Samstagabend die kritische Schifffahrts-Hochwassermarke II von 7,50 Metern überschritten.

Am Sonntagnachmittag lag der Stand bei 8,20 Metern, sollte in der Nacht zu Montag aber zunächst wieder fallen. Weiter steigende Pegelstände werden dagegen in den kommenden Tagen flussabwärts erwartet. So wurde am Pegel Mannheim am Sonntagmorgen ein Stand von 6,50 Metern gemessen, Prognosen zufolge soll dieser bis Montagfrüh auf 8,10 bis 8,40 Meter steigen. Auch an den Messstellen in Worms ist laut der Hochwasservorhersagezentrale mit hohen Wasserständen zu rechnen, in Mainz wird ebenfalls mit der Einstellung der Schifffahrt gerechnet.

Am Mittel- und Niederrhein könnten in den nächsten Tagen ebenfalls sehr hohe Pegelstände folgen, die auch die Schifffahrt auf der wichtigen Wasserstraße gefährden könnten. Am Pegel Koblenz etwa wird am Dienstag mit etwa 6,10 Metern gerechnet, ab 6,50 Metern dürften keine Schiffe mehr fahren. Am Mittwoch werden in Köln und Düsseldorf die höchsten Stände erwartet. Alle Entwicklungen hängen stark von den noch fallenden Niederschlägen ab.

Dieser Text wurde mehrfach aktualisiert.

(felt/csi/aku/hebu/ckoe/kkt/dpa)
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