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Hobbygärtner sollten Wasserverbrauch einschränken

Pflanzenexperte kennt Alternativen : Hobbygärtner sollten Wasserverbrauch einschränken

Hobbygärtner sollten mit Wasser besonders sparsam umgehen. Agrarwissenschaftler Kurt-Christian Kersebaum hat Tipps, welche Pflanzen zum Wassersparen angepflanzt werden können - und was Gärtner besser lassen sollten.

Der Göttinger Agrarwissenschaftler Kurt-Christian Kersebaum appelliert angesichts der schon in diesem Frühjahr herrschenden Trockenheit an die Besitzer von Klein- und Privatgärten, sparsam mit der Ressource Wasser umzugehen. So sei es sinnvoll, auf das Wässern des Rasens zu verzichten und etwa eine Blühwiese anzulegen, sagte Kersebaum im Gespräch mit dem Evangelischen Pressedienst (epd). „Auf Dauer wird es sich bei der derzeitigen Klimaentwicklung nicht vermeiden lassen, dass die Wassernutzung durch bestimmte Regeln eingeschränkt und etwa das Rasensprengen in den Sommermonaten begrenzt wird.“

Hobbygärtner sollten grundsätzlich möglichst wenige Flächen versiegeln. Sie sollten ihre Beete und Pflanzungen so gestalten, dass der blanke Boden nicht den Sonnenstrahlen ausgesetzt sei und somit nur wenig Wasser verdunsten könne, sagte der Honorarprofessor an der Uni Göttingen und Professor am Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung in Müncheberg in Brandenburg. Mehrjährige winterharte Stauden könnten im Gegensatz zu einjährigen Pflanzen gute Wurzelsysteme entwickeln, die Wasser auch aus größerer Tiefe holen könnten. Der Boden sollte oberflächlich durch Harken oder Hacken aufgelockert werden, damit Gieß- und Regenwasser besser eindringen könne.

Der Experte für die Modellierung von Wasserdynamiken und die Auswirkungen des Klimawandels auf das Pflanzenwachstum empfiehlt, bestimmte trockenresistente Pflanzen anzusiedeln. Dazu gehörten etwa die sogenannten Präriepflanzen, aber auch Sonnenhut, Eisenkraut, Salbei, verschiedene Wolfsmilchgewächse und die typischen Steingartengewächse.

Zum Gießen sollten Gartenbesitzer Kersebaum zufolge ausschließlich Regenwasser nutzen. Das könne in Tonnen oder unterirdischen Zisternen aufgefangen werden. Der Gesetzgeber sollte den Bau solcher Zisternen unterstützen, forderte der Wissenschaftler. Die Pflanzen sollten allerdings nicht täglich gewässert werden. „Es ist besser, den Pflanzen in Trockenphasen alle drei bis vier Tage zehn bis 15 Liter Wasser pro Quadratmeter zu geben als jeden Tag eine geringe Menge.“ Das Wasser könne dann tiefer in den Boden eindringen. Eine bodennahe Bewässerung mit perforierten Schläuchen könne zudem viel Wasser sparen.

Auch Brunnenbesitzer sollten auf die Entnahme von Frischwasser verzichten, mahnte Kersebaum. Denn auch sie zapften dadurch das Grundwasser an: „Satellitenmessungen zeigen, dass die Grundwasservorräte in Deutschland in den letzten 20 Jahren deutlich abgenommen haben“, sagte der Agrarwissenschaftler.

(axd/epd)