Hitzerekord im Juni erwartet - so warm wie zuletzt 1947

Der Mittwoch wird heiß : Deutschland steuert auf Juni-Hitzerekord zu

Der deutsche Juni-Hitzerekord stammt noch aus dem Jahr 1947: 38,5 Grad. Spätestens am Mittwoch dürfte die Marke kippen, glauben Experten. In der Schweiz und in Italien sah das Wetter örtlich ganz anders aus.

Deutschland steuert auf einen Hitzerekord für den Monat Juni zu: An üblicherweise besonders warmen Orten und entlang des Rheins seien kommende Woche Werte bis 39 Grad wahrscheinlich, teilte der Deutsche Wetterdienst (DWD) am Samstag in Offenbach mit. „Bis einschließlich Mittwoch wird es jeden Tag heißer“, sagte DWD-Meteorologe Adrian Leyser. Er sei sich relativ sicher, dass der 1947 aufgestellte Junirekord von 38,5 Grad geknackt werde. Mit Werten über 30 Grad bleiben auch andere Regionen von der Hitze nicht verschont. „Wie es dann nach der Wochenmitte weitergeht, ist völlig offen“, sagte Leyser.

Am Sonntag scheint bundesweit die Sonne, es bleibt trocken. Nur im Süden und Südwesten zeigen sich Quellwolken. Über dem Bergland und südlich der Donau sind Schauer und Gewitter möglich. Die Temperaturen steigen auf maximal 31 Grad. Zum Start in die Woche nimmt die Hitzewelle Fahrt auf: Am Montag sind bis 34 Grad möglich, am Dienstag und Mittwoch steigen die Temperaturen auf bis zu 36 Grad - entlang des Rheins und seiner Nebenflüsse sind lokal bis zu 39 Grad möglich.

Wegen der erwarteten Hitze wird die Stadt Dortmund ihr Tierheim von Dienstag bis Donnerstag für Besucher schließen. Für die Tiere seien die öffentlichen Besuchszeiten oft besonders aufregend, hieß es in einer Mitteilung. Diese zusätzliche Belastung will das Tierheim bei den hohen Temperaturen vermeiden. Freitag ist regulär geschlossen. Am Samstag werde das Tierheim wieder normal geöffnet.

- In Griechenland erreichten die Temperaturen am Wochenende örtlich bei bis zu 40 Grad. Auf der Halbinsel Lagonisi bei Athen brach ein großer Brand aus. Der Brandherd liegt nahe einer Wohngegend, etliche Häuser wurden evakuiert, wie der griechische Nachrichtensender Skai berichtete. Löschfahrzeuge, Löschflugzeuge und Hubschrauber seien im Einsatz. Menschen kamen demnach nicht zu Schaden. Ein Mann soll das Feuer versehentlich verursacht haben. Insgesamt zählte die griechische Feuerwehr von Freitag auf Samstag mehr als 100 Löscheinsätze im von sommerlichen Waldbränden geplagten Land.

Dagegen wurden der Westen der Schweiz und Norditalien von heftigen Unwettern und Überschwemmungen heimgesucht.

- Im Schweizer Kanton Neuenburg trat in der Nacht zum Samstag ein Bach zwischen Dombresson und Villiers über die Ufer und trug Dutzende Autos davon. Mehrere Menschen waren in ihren Auto gefangen und mussten aus den im Bachbett liegenden Fahrzeugen geborgen werden. Nach Angaben der Polizei wurden vier Menschen verletzt, einer davon schwer. In Dombresson standen Straßen mehr als einen Meter unter Wasser, wie ein Polizeisprecher sagte. Ein Video zeigt, wie sich die wilden Wassermassen ihren Weg durch zahlreiche Ortschaften bahnten.

- Im italienischen Turin gingen am Freitagabend Hagel und Starkregen nieder. Nach Medienberichten starb ein 65-Jähriger in der Umgebung der Stadt. Videos zeigen, wie ein weißer Strom aus Hagel und Wasser eine Straße hinunter floss. Am Samstag traf es dann Mailand: Straßen standen nach starken Gewittern unter Wasser, wie italienische Medien berichteten. In Süditalien sollte es hingegen laut dem Wetterdienst 3b Meteo bis zu 40 Grad heiß werden.

Der italienische Bauernverband Coldiretti teilte mit, es sei in diesem Jahr bereits 124 Mal zu starkem Hagel gekommen. Das seien 88 Prozent mehr Fälle als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

(dpa)
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