Bistum Mainz: Hinweise auf Missbrauch schon in 80er Jahren

Bistum Mainz: Hinweise auf Missbrauch schon in 80er Jahren

Mainz (RPO). Im Bistum Mainz hat es bereits in den 80er Jahren Hinweise auf Missbrauch in einem kirchlichen Internat in Bensheim gegeben. In einem Brief aus dem Jahr 1981 an den damaligen Mainzer Bischof, Kardinal Hermann Volk, habe ein Bewohner des Konvikts sexuellen Missbrauch an ihm und anderen Bewohnern durch den damaligen Heimleiter geschildert.

Das teilte das Bistum Mainz am Dienstag mit. Das Schreiben sei in einem unbeschrifteten Aktenordner entdeckt worden. Es existiere zudem ein Antwortschreiben von Domdekan Hermann Berg als damaligem Leiter des Dezernats Schulen und Hochschulen, in dem der Verfasser des Briefes zu einem Gespräch eingeladen werde. Dieses sei aber nicht zustande gekommen.

Über das weitere Geschehen liegt nach Angaben des Bistums kein Schriftverkehr vor. Der Aktenfund wurde demnach der zuständigen Staatsanwaltschaft Darmstadt übergeben.

Beim Beauftragten des Bistums für Missbrauchsfälle, Richard Seredzun, seien zudem Informationen eingegangen, dass in der zweiten Hälfte der 1970er Jahre an das Bistum Mainz Elternbriefe geschickt wurden, die über sexuellen Missbrauch berichten. Dem Bistum lägen solche Briefe allerdings nicht vor.

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Das Bistum Mainz hatte vergangene Woche den Missbrauchsverdacht in dem ehemaligen Konvikt in Bensheim bekannt gemacht. Dort soll es bis zum Ende der 70er Jahre zu Misshandlungen und Übergriffen gekommen sein.

Unter Verdacht steht unter anderem der frühere Heimleiter, der die Einrichtung von 1973 bis 1979 leitete. Das Knabenkonvikt war ein Internat für Schüler eines Bensheimer Gymnasiums. Das Konvikt wurde 1981 geschlossen.

(AFP/csr)