Heino Kollegen stellen sich nach Jan Delays Nazivorwurf hinter ihn

Nazi-Eklat um Jan Delays Vorwurf : Kollegen stellen sich hinter Heino

Jetzt wird Stellung bezogen: Nach dem Eklat um den Nazi-Vorwurf von Sänger Jan Delay (37) gegen Heino (75) melden sich Kollegen zu Wort.

"Aus persönlichen Gesprächen weiß ich, Heino ist gegen jede Form von Ausgrenzung und Rassismus", sagte Nachrichten-Moderator Marc Bator (41), "Was ich über ihn lesen musste, finde ich einfach nur gemein." Schlagerstar Roberto Blanco (76) betonte, er lege seine Hand ins Feuer, dass der 75-Jährige kein Nazi sei: "Seit Jahrzehnten sind wir eng befreundet. Heino ist mein weißer Bruder, ich bin sein schwarzer Bruder."

Das Volksmusik-Duo Marianne (61) und Michael (65) äußerte sich "empört und wütend". Sie werden zitiert mit den Worten: "Unser Freund Heino ist der toleranteste und friedlichste Mensch, den wir kennen." Ihn als Nazi zu bezeichnen, sei nicht nur falsch, sondern auch dumm und zutiefst beleidigend. Die Magier Siegfried (74) und Roy (69) sagten der Zeitung: "Heino ist weltoffen und lehnt Gewalt strikt ab. Nie und nimmer ist er ein Nazi!" Er liebe das deutsche Liedgut und seine Heimat.

Rapper Kool Savas (39) versuchte, Delays Nazi-Vorwurf mit dessen Herkunft aus der linksorientierten Hiphop-Szene zu erklären. Daher sei der Deutschrapper "sicher feinfühliger für solch ein Thema". Delays Wortwahl sei "daher vielleicht etwas deutlicher" als bei anderen, wird der 39-Jährige im Online-Portal der "Bild"-Zeitung zitiert. Statt Anzeige zu erstatten, sollte Heino eine Erklärung abgeben.

Jan Delay hatte Heino in einem Interview als "Nazi" beschimpft. Heino reagierte mit einer Strafanzeige wegen des Verdachts der Beleidigung, der üblen Nachrede und Verleumdung. "Ich bin 1938 geboren, ich habe meinen Vater selbst im Krieg verloren, und da kann ich von daher schon gar kein Nazi sein", sagte Heino dem Rundfunksender NDR 90,3, "und wenn wirklich einer das behauptet, dann muss ich Strafanzeige stellen". Delay hatte auf Anfrage der dpa am Donnerstag keine Stellungnahme abgeben wollen.

Die "Bild"-Zeitung hatte die Stimmen gesammelt.

(dpa)
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