Havarie der MSC Zoe: Bergung der Container aus der Nordsee verzögert sich

Nach Havarie der „MSC Zoe“: Bergung der Container aus der Nordsee verzögert sich

Fast 300 Container verlor der riesige Frachter „MSC Zoe“ in der Nordsee. Die Strände von Wattenmeer-Inseln sind gesäubert, doch die meisten Container liegen noch immer auf dem Meeresboden. Die Bergung ist kompliziert.

Ursprünglich sollten bereits am Freitag die ersten Container an der Ems-Mündung nahe der deutschen Grenze gehoben werden. „Es ist eine sehr komplexe Aktion“, sagte Ministeriumssprecher Edwin de Feijter der Deutschen Presse-Agentur. Die meisten Container liegen auf dem Meeresboden nördlich der niederländischen Wattenmeer-Inseln auf der stark befahrenen Route des Frachtverkehrs, etwa 20 wurden bei Borkum geortet.

Die Bergung wird vermutlich mehrere Monate dauern. Die Experten wollen verhindern, dass die Container aufbrechen. Dabei würden auch Unterwasserkameras eingesetzt, sagte der Sprecher. Wenn nötig sollten Taucher die Container vor der Hebung mit Kabeln befestigen.

Eines der Bergungsschiffe war wegen schwieriger Wetterbedingungen noch nicht aus Norwegen in die Niederlande zurück gekehrt. Bei einem zweiten war die technische Ausrüstung komplizierter als gedacht. Nur ein drittes kleineres Schiff war ausgelaufen.

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Die „MSC Zoe“ hatte auf dem Weg nach Bremerhaven in der Nacht zum 2. Januar 291 Container verloren, darunter zwei mit gefährlichen Stoffen. Diese wurden noch nicht geortet. Rund 20 Container sowie ihr Inhalt waren an den Stränden angespült worden.

Die niederländischen Behörden haben inzwischen eine Untersuchung eingeleitet zu den Ursachen des Unglücks und möglichen Langzeit-Schäden für die Umwelt. Auch die Staatsanwaltschaft ermittelt. Die Schweizer Reederei MSC hatte zugesichert, die Kosten für Bergung und Säuberung der Strände zu übernehmen.

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(cpas/dpa)
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