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Hameln: Razzia nach Drohungen gegen Polizisten und Juristen

Nach Tod eines Räubers in Hameln : Razzia nach Drohungen gegen Polizisten und Juristen

Nach Gewaltandrohungen gegen Polizisten, Rechtsanwälte und Justizpersonal ist die Polizei am am Freitag in Hameln mit einer Razzia gegen Mitglieder einer Großfamilie vorgegangen.

Bei der Durchsuchungsaktion sei auch ein Spezialeinsatzkommando eingesetzt worden, teilte die Polizei in Göttingen mit. Hintergrund sind die Vorgänge nach dem Tod eines mutmaßlichen Räubers, der bei einem Fluchtversuch aus einem Gericht abstürzte.

Nach dessen Tod in der vergangenen Woche hatten etwa 30 Verwandte des Mannes vor einem Hamelner Krankenhaus Polizisten attackiert. 15 Beamte wurden nach Angaben der Behörden verletzt, als sie die "sehr aggressive" Gruppe am Betreten des Klinikgebäudes hinderten.

Der Mann war verdächtigt worden, eine Tankstelle überfallen zu haben. Bei einem Haftprüfungstermin am Amtsgericht Hameln war er der Polizei zufolge aus einem Fenster im siebten Stock geklettert und wollte an der Fassade hinab klettern. Dabei stürzte er ab und starb. Schon nach der Festnahme des 26-Jährigen hatte es demnach vor einem Polizeirevier einen Befreiungsversuch durch einen Bruder gegeben, der allerdings erfolglos blieb.

Butterfly-Messer und Drogen

Wie die Beamten am Freitag mitteilten, gab es nach den Vorfällen Drohungen gegen Polizisten und Juristen. Am Donnerstag hätten dann "ernstzunehmende Erkenntnisse" vorgelegen, dass sich Mitglieder der fraglichen Großfamilie Waffen beschafft hätten und "möglicherweise gegen bestimmte Personen einsetzen könnten". Daraufhin kam es zu der Razzia.

Bei den Durchsuchungen von sechs Anschriften in Hameln am Freitagmorgen fanden die Einsatzkräfte den Angaben zufolge Waffen, bei denen es sich nach erster Prüfung jedoch um Gaspistolen und ein Luftgewehr handelt.

Auch drei verbotene Butterfly-Messer und einige Drogen wurden sichergestellt. Bei der Aktion wurden ein Familienangehöriger und ein Polizist leicht verletzt. Vier Menschen seien in Gewahrsam genommen, später aber wieder entlassen worden, erklärten die Beamten.

(AFP)