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Die Attraktion im Zoo Magdeburg: Hallo, ich bin das Nashornbaby Mala

Die Attraktion im Zoo Magdeburg : Hallo, ich bin das Nashornbaby Mala

Für Torsten Haupt ist die zwei Monate alte Mala wie sein sechstes Kind. Allerdings ist Mala schon 60 Kilogramm schwer - denn sie ist ein Nashornbaby. Das kleine Rhino-Mädchen ist ein Star im Magdeburger Zoo. Der Tierpfleger kümmert sich intensiv um Mala.

Mala ist ein Nashornbaby im Magdeburger Zoo und Torsten Haupt ihr Tiefpfleger. "Sie sehe ich häufiger als meine eigenen fünf Kinder", sagt der 43-Jährige. Haupt kümmert sich auch um 20 andere Tiere, etwa Affen, Echsen und Frösche. Aber sein Hauptaugenmerk gilt dem Nashornnachwuchs.

Seitdem Spitzmaulnashornmädchen Mala am 24. Dezember auf die Welt kam, interessieren sich die Zoobesucher und vor allem die Medien nicht mehr nur für das Tierkind, sondern auch für seinen Betreuer. Tausende Menschen verfolgten die Geburt live am Computer. Eine Webcam lief mit als die Rhino-Dame Mana ihren Nachwuchs zur Welt brachte.

Erst seit eineinhalb Jahren arbeitet der drahtige Tierpfleger Haupt mit den Dickhäutern, zuvor war er mehr als 20 Jahre im Raubtierbereich des Zoos tätig. Er habe einfach mal etwas anderes machen wollen. Dass sich sein Berufsleben damit so stark verändert, hatte er nicht gedacht, als er an Weihnachten vor dem Rechner bei der Niederkunft der 30-jährigen Mana mitfieberte. "Es war ein tolles Gefühl, alles sehen zu können. Denn eigentlich lassen die Spitzmaulnashörner bei der Geburt niemanden dabei sein", erklärt Haupt. Generell seien Spitzmäuler absolute Einzelgänger. Nur mit dem eigenen Nachwuchs zusammen hielten sie es länger aus.

Mala ist ein mutiges Nashörnchen

Der Tierexperte zeigt auf die Rhino-Mama, die regungslos mit erhobenem Haupt fest im Sand der Nashorn-Arena steht - und von ihrer Tochter Mala immer wieder sanft angestupst wird. Beinah verlegen versteckt die Kleine sich hinter ihrer Mutter und lugt zwischen deren Beinen hervor. Ein für sie eher untypisches Verhalten, sagt Haupt.
"Wie ein Känguru springt die hier manchmal durch die Gegend." Zudem sei sie eigentlich sehr selbstbewusst, mutig und kontaktfreudig - im Gegensatz zu ihrer Mama, die Haupt als "dickköpfige Zicke" beschreibt.

"Wenn Mana keine Lust hat, sich am Morgen von mir aus der Box in den Schaubereich lotsen zu lassen, dann hat sie eben keine Lust", sagt Haupt und grinst. Da könne man lange warten. Dass er sie gar nicht dazu bewegen könne mitzugehen, sei aber selten. Die Kleine stürme ihm meist morgens schon entgegen, um zu spielen. Doch am Morgen ist für den Nashornflüsterer nicht nur Bespaßen angesagt, sondern Mistschaufeln und Schubkarrenfahren - 15 Ladungen braucht Haupt bis alle vier Nashörner versorgt und ihre Hinterlassenschaften beseitigt sind.

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Der Körperkontakt beschränkt sich auf das Füttern mit Leckerlis und gelegentliche Streicheleinheiten durch die oberschenkeldicken Metallstäbe hindurch. "Hinter den Ohren haben sie eine Stelle, wo die Haut etwas dünner ist. Da mögen sie es besonders, gekrault zu werden." Mehr Austausch von Zärtlichkeiten ist aus Gründen der Sicherheit nicht erlaubt.

Gefährliche Tiere seien diese Rhinozerosse. Da sie schlecht sehen, dafür aber gut hören und riechen könnten, sei eine minimale Veränderung des Geruchs zum Beispiel durch ein anderes Parfüm oder eine tiefere Stimmlage bereits gefährlich. "Ihre Waffe ist das Horn", sagt Haupt, "damit greifen sie an, wenn sie sich bedroht fühlen." Passiert sei ihm mit den Nashörnern aber noch nie etwas.

Im Sommer soll sich die vierköpfige Nashorntruppe um ein weiteres Jungtier erweitern: Malas große Schwester Maleika ist schwanger. Und auch Haupts menschliche Familie ist in der vergangenen Woche größer geworden - seine Frau hat einen Sohn zur Welt gebracht. Mittlerweile träumt der Tierpfleger schon von Babys - von kleinen und großen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Nashörnchen Mala ist der Star im Magdeburger Zoo

(dpa)