JVA Aachen: Häftling sticht auf Beamte ein

JVA Aachen : Häftling sticht auf Beamte ein

Düsseldorf (RPO). Die Justizvollzugsanstalt Aachen kommt nicht zur Ruhe. In der Anstalt, aus der zuletzt die zwei Schwerverbrecher Michael Heckhoff und Peter Paul Michalski ausgebrochen waren, hat sich am vergangenen Freitag ein weiterer Zwischenfall ereignet. Dabei wurden zwei Beamte von einem Häftling verletzt.

Der Fall, der am Donnerstag öffentlich wurde, ereignete sich bereits in der vergangenen Woche: Ein verurteilter Mörder, der schon seit 38 Jahren inhaftiert ist, hatte einen JVA-Angestellten beleidigt, weshalb ihm Disziplinarmaßnahmen drohten. Diese beinhalteten neben einer Freizeitsperre auch ein TV-Verbot. Als nun die Beamten den Fernseher für 14 Tage aus der Zelle entfernen wollten, drehte der Häftling durch.

Mit einer Nagelschere und einem Frühstücksmesser stach der 60-Jährige auf zwei Beamte ein und verletzte sie an Rücken und Stirn. Anschließend konnte der Mann auf dem Flur überwältigt werden und ergab sich. Das bestätigte JVA-Leiterin Reina Blikslager unserer Redaktion. Mittlerweile wurde der Häftling aus Sicherheitsgründen in die Kölner JVA Klingelpütz verlegt.

Die JVA Aachen kommt seit Wochen nicht aus den Schlagzeilen. Ende November waren die beiden Schwerverbrecher Peter Paul Michalski und Michael Karl Heckhoff aus dem Gefängnis geflüchtet. Die beiden Ausbrecher hielten mit ihrer Flucht tagelang Polizei und Öffentlichkeit in Atem. Ein Justizbeamter soll an dem Ausbruch beteiligt gewesen sein und sitzt derzeit in Haft. Die Affäre hatte eine breite Debatte über die Haftbedingungen ausgelöst.

Der Skandal belastet inzwischen auch NRW-Justizministerin Roswitha Müller-Piepenkötter. Im Landtag wies die CDU-Politikern bisher Vorwürfe entschieden zurück.

(can/csi)
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