Greta Thunberg ohne Sitzplatz im ICE: Familienministerin Giffey äußert sich

Ministerin Giffey zu Gretas ICE-Foto : „Sie hat den zweiten Teil der Geschichte halt nicht öffentlich erzählt“

Ein Foto von Klimaaktivistin Greta Thunberg hat für viel Aufsehen gesorgt. Es zeigt, wie sie im ICE sitzt, auf dem Heimweg von der Klimakonferenz in Madrid – allerdings sitzt sie im Gang auf dem Boden. Nach viel Kritik an der Bahn äußert sich Familienministerin Giffey.

Bundesfamilienministerin Franziska Giffey hat die Klimaaktivistin Greta Thunberg als „beachtliche Persönlichkeit“ bezeichnet. Ihr viel diskutiertes Bahn-Foto vom Wochenende, das die 16-Jährige auf dem Boden sitzend im ICE zeigt, war nach Ansicht der SPD-Politikerin aber auch ein „Stück weit Selbstinszenierung“.

Auf das Bild angesprochen sagte die SPD-Politikerin am Montag im „Bild“-Talk „Die richtigen Fragen“, sie habe das so verstanden, dass Greta Thunberg auf dem ersten Teil der Strecke keinen und dann später doch einen Sitzplatz gehabt habe. „Sie hat den zweiten Teil der Geschichte halt nicht öffentlich erzählt, wahrscheinlich wusste sie, warum. Klar, das ist auch ein Stück weit Selbstinszenierung“, sagte Giffey.

Auf die Nachfrage, ob Thunberg das Glaubwürdigkeit kosten könnte, sagte Giffey: „Zum gewissen Teil, Sie sehen das ja an der heutigen Debatte, kostet das wahrscheinlich schon ein paar Glaubwürdigkeitspunkte. Das kann schon sein.“

<aside class="park-embed-html"> <blockquote class="twitter-tweet"><p lang="en" dir="ltr">Traveling on overcrowded trains through Germany. And I’m finally on my way home! <a href="https://t.co/ssfLCPsR8o">pic.twitter.com/ssfLCPsR8o</a></p>&mdash; Greta Thunberg (@GretaThunberg) <a href="https://twitter.com/GretaThunberg/status/1205969006982815751?ref_src=twsrc%5Etfw">December 14, 2019</a></blockquote> <script async src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script> </aside>
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Die Klimaaktivistin hatte am Samstag bei Twitter ein Foto gepostet, das sie auf dem Boden sitzend zwischen Koffern in einem ICE zeigt. Dazu hatte sie geschrieben: „In überfüllten Zügen durch Deutschland. Und ich bin endlich auf dem Heimweg!“. Die 16-Jährige war nach monatelanger Reise auf dem Rückweg nach Schweden.

Die Bahn teilte später mit, Greta sei zwischen Kassel und Hamburg auch in der Ersten Klasse gereist. Thunberg erklärte daraufhin, ihr Zug von Basel aus sei ausgefallen, deshalb habe sie im Anschluss in zwei verschiedenen Zügen auf dem Boden gesessen. Hinter Göttingen habe sie schließlich einen Sitzplatz erhalten. „Das ist natürlich kein Problem und ich habe niemals gesagt, dass es eines wäre.“ Vielmehr seien überfüllte Züge „ein großartiges Zeichen, weil das bedeutet, dass die Nachfrage nach Bahnreisen groß ist.“

Zur Person Greta Thunberg sagte Giffey: „Ich finde es sehr beachtlich, wie man in so einem jungen Alter Dinge, von denen man zutiefst überzeugt ist, bewegen kann.“ Es sei bemerkenswert, wie ein Mensch es schaffe, so viele andere mitzuziehen. „Insofern finde ich, das ist eine beachtliche Persönlichkeit.“

(hebu/dpa)