Gewalt an Schulen: Lehrer sollen gewalttätige Schüler anzeigen

Aufforderung von Kultusminister-Präsident: Lehrer sollen gewalttätige Schüler anzeigen

Gewalt gegen Lehrer gehört an vielen Schulen zum Alltag. Kultusminister-Präsident Holter ermutigt die Betroffenen, Anzeige zu erstatten, auch gegen Kinder, die noch nicht strafmündig sind. Schüler müssten die Konsequenzen ihres Handelns spüren, sagt der Politiker.

Der Präsident der Kultusministerkonferenz (KMK), Helmut Holter, will Gewalt gegen Lehrer an deutschen Schulen eindämmen und ermuntert Betroffene zu Strafanzeigen. „Wir müssen uns mit solchen Gewalttaten auseinandersetzen - verbale wie tätliche“, sagte Thüringens Bildungsminister. „Alle Fälle, die im Bereich des Straftatbestandes liegen, sollten zur Anzeige gebracht werden - auch wenn Kinder nicht strafmündig sind.“ Schüler müssten die Konsequenzen ihres Handelns spüren, empfahl der Linke-Politiker. Eine Strafanzeige bewirke eine unmittelbare Auseinandersetzung mit dem Vorfall durch Eltern und Schüler.

Zudem will Holter seinen Länder-Kollegen vorschlagen, Lehrer repräsentativ zu dem Thema zu befragen. Die Kultusminister der Bundesländer kommen am Donnerstag und Freitag in Erfurt zusammen, um sich unter anderem in Bildungsfragen abzustimmen. Die Beschlüsse der KMK sind für die Länder nicht bindend.

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An etwa jeder dritten Grundschule in Deutschland wurden Lehrer in den vergangenen fünf Jahren körperlich angegriffen, wie aus einer repräsentativen Umfrage unter Schulleitern hervorgeht. Die Forsa-Umfrage war vom Verband Bildung und Erziehung (VBE) in Auftrag gegeben worden. Über alle Schulformen hinweg gab es demnach an jeder vierten Schule Fälle tätlicher Gewalt gegen Lehrkräfte. Schulleiter in NRW berichten häufiger als im Bundesschnitt von körperlichen Angriffen auf Kollegen. In der Forsa-Umfrage gaben 35 Prozent an, an ihrer Schule habe es in den vergangenen fünf Jahren Fälle körperlicher Gewalt gegen Lehrer gegeben.

(wer/dpa)
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