Germanwings: Rettungskräfte finden Blackbox von 4U9525

Protokoll zum Flugzeugabsturz : Zahlreiche Germanwings-Flüge werden annulliert

150 Menschen waren an Bord der Germanwings-Maschine, die in den französischen Alpen abgestürzt ist. Am Abend wurde bekannt: Mehrere Flüge von Germanwings wurden annulliert. In unserem Live-Blog finden Sie ständig die Informationen des Tages zum Nachlesen.

+++ Wir setzen das Live-Update zu den Ereignissen am Mittwoch an dieser Stelle fort.

+++ 0.10 Uhr: Unter den 150 Menschen an Bord des abgestürzten Germanwings-Flugzeugs waren wohl auch Opfer aus Großbritannien, Australien, Israel und Mexiko, berichtet die Deutsche Presseagentur unter Berufung auf Aussagen der Außenminister Großbritanniens, Australiens und Mexikos.

+++ 23.46 Uhr: Lufthansa-Chef Carsten Spohr schloss nach seiner Rückkehr vom Unglücksort nach Frankfurt aus, dass die Wartung der Germanwings-Maschine am Montag in Düsseldorf etwas mit der Absturzursache zu tun haben könnte. Dabei sei es nur um die Geräuschbelastung gegangen, und um nichts sicherheitsrelevantes.

+++ 23.42 Uhr: Alice Schwarzer hat am Flughafen Düsseldorf ihren Dank für die Crewmitglieder von germanwings bekundet. Sie reiste mit einer Germanwings-Maschine aus Zürich an. "Ich bin zwar Vielfliegerin, aber heute hatte auch ich bei dem Flug ein mulmiges Gefühl. Mein Dank gilt der Crew, die trotz allem geflogen ist", sagte sie.

+++ 22.55 Uhr: Eine Germanwings-Maschine aus Barcelona, die ursprünglich um 22.55 Uhr in Düsseldorf landen sollte, verspätet sich, wie Flughafenpersonal mitteilte. Die Ankunft wird nun für 0.30 Uhr erwartet. Die Maschine war verspätet abgeflogen.

NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft zum Absturz

+++ 22.53 Uhr: Der Lufthansa-Vorstandsvorsitzende Carsten Spohr sagte in den ARD-"Tagesthemen" am Dienstagabend: "Ich gehe davon aus, dass wir sicherlich relativ schnell erste Informationen bekommen werden, was die Absturzursache wahrscheinlich war. Die detaillierte Auswertung wird dann länger dauern."

+++ 22.33 Uhr: Mehreren Medienberichten sollen sich unter den 150 Opfern auch zwei Australier befinden.

+++ 22.20 Uhr: Die Lufthansa bestätigte, dass es bei dem Unglücksflieger am Tag vor der Katastrophe technische Probleme gegeben hatte. Eine Reparatur habe die Probleme jedoch behoben.

+++ 21.44 Uhr: Eine Lufthansa-Sprecherin in Frankfurt bestätigte, dass der abgestürzte Airbus A320 am Tag vor der Katastrophe wegen eines technischen Problems repariert worden sei. Einzelheiten nannte sie nicht.

+++ 21.39 Uhr: Papst Franziskus hat den Angehörigen der Opfer des Germanwings-Absturzes über Frankreich sein Mitgefühl ausgesprochen. Der Papst bete für die Opfer und drücke seine "tiefe Solidarität für alle Menschen aus, die diese Tragödie getroffen hat", hieß es am Dienstag laut Radio Vatikan in einem Telegramm im Namen des Pontifexes an den Bischof der französischen Gemeinde Digne.

+++ 21.29 Uhr: Nach dem Ausfall von mehreren Germanwings-Flügen mit zahlreichen betroffene Fluggästen werden am Flughafen Düsseldorf Feldbetten aufgestellt. "Wir schaffen von Flughafenseite einige Übernachtungsmöglichkeiten", sagte ein Sprecher des Airports. Ob die Feldbetten genutzt werden oder betroffene Fluggäste von der Airline in Hotels untergebracht würden, könne aber noch nicht gesagt werden. Wie viele Feldbetten aufgestellt werden, sagte der Sprecher nicht. Mitarbeiter von Germanwings seien fleißig dabei umzubuchen.

+++ 21.06 Uhr: Ein französisches Mirage-2000-Kampfflugzeug hat laut Medienberichten noch nach dem abgestürzten Airbus A320 gesucht, als der Kontakt mit der Germanwings-Maschine abgebrochen war. Das Militärflugzeug sei dem Reglement entsprechend in Orange aufgestiegen, berichtete der Sender BFMTV. Die Mirage 2000 habe aber keine Spur des gesuchten Flugzeugs gefunden.

+++ 20.35 Uhr: Wie Nachrichtenagentur dpa berichtet, bleiben die Hubschrauber der Such- und Rettungskräfte vorerst am Boden. Der englische Fernsehsender "BBC" berichtet sogar, dass die gesamte Suche für heute eingestellt worden sei. Die Suche solle bei Tageslicht am Mittwoch weitergehen.

+++ 20.16 Uhr: Die spanische Polizei hat in Barcelona mit der Überprüfung der Videoaufzeichnungen vom Einstieg der Passagiere in die Maschine begonnen. Dies gehöre zu den Ermittlungen im Zusammenhang mit der Katastrophe, verlautete aus Polizeikreisen. Die Überprüfung der Aufzeichnungen der Sicherheitskameras solle dazu beitragen, möglichst viele Details zu beschaffen, die Klarheit über das Unglück bringen könnten.

+++ 20.15 Uhr: US-Präsident Barack Obama hat den Opfern und deren Familien sein Beleid ausgesprochen. Er habe mit Bundeskanzlerin Angela Merkel und Spaniens Ministerpräsidenten Mariano Rajoy telefoniert, sagte Obama am Dienstag in Washington. "Ihr unverbrüchlicher Freund und Verbündeter Amerika steht ihnen in diesem Moment der Trauer zur Seite." Er bezeichnete das Unglück als "besonders tragisch, da es den Tod so vieler Kinder mit sich brachte".

+++ 20.14 Uhr: Lufthansa hat den Bericht von "Spiegel Online" bestätigt, nachdem einige Germanwings-Crews am Dienstag ihren Dienst nicht angetreten haben. Sie hätten aber ausschließlich persönliche Gründe genannt, sagte ein Lufthansa-Sprecherin in Frankfurt. Wie viele Beschäftigte dies waren und an welchen Flughäfen, war zunächst unklar.

+++ 20.08 Uhr: Am Flughafen Tegel fielen am Dienstag etwa Abflüge nach Nürnberg, Köln/Bonn, London, Düsseldorf, Kopenhagen und Stuttgart aus - sowie Flüge aus Köln/Bonn und Düsseldorf. Das geht aus der Flugtabelle im Internet hervor. In Leipzig/Halle wurden Flüge aus Köln/Bonn und Stuttgart gecancelt, wie Flughafensprecher Uwe Schuhart sagte.

+++ 19.57 Uhr: In Düsseldorf sind sieben Germanwings-Flüge annulliert worden. Ein Sprecher von Germanwings bestätigte "Zeit Online", dass sich einige Crews "aus persönlichen Gründen" weigerten, an Bord der Maschinen zu gehen. An anderen Flughäfen sind 23 weitere Flüge betroffen. "Spiegel Online" berichtet, dass die abgestürzte Maschine am Montag wegen technischer Probleme den ganzen Tag am Boden gestanden habe.

+++ 19.55 Uhr: Rund 100 Flugkapitäne und Stewardessen sind am Abend vor der Firmenzentrale von Germanwings in Köln zusammengekommen. Viele waren noch in ihrer Dienstkleidung. Vor dem Eingang zum Gebäude standen Grablichter und Blumen.

+++ 19.51 Uhr: Frankreichs Innenminister Bernard Cazeneuve sicherte zu, dafür zu sorgen, dass die Angehörigen der Opfer vor Ort jede erdenkliche Hilfe bekommen. Die Regierung hat bereits zahlreiche Unterkünfte für sie im Umkreis der Unglücksstelle angemietet.

+++ 19.49 Uhr: Im französischen Radio RTL berichtete der Milchbauer Jean-Christophe, wie er die ersten Rettungskräfte zur Unglücksstelle geführt hat. "Ich kenne die Stelle sehr gut, denn da führe ich meine Kühe im Frühjahr auf die Weide." Das Bild ist sei schrecklich gewesen. "Das Flugzeug ist da wie in eine Wand gerast. Das muss eine riesige Explosion gewesen sein, es ist wirklich nichts mehr da, nur noch winzige Teile. Ich glaube, angesichts dieses Aufpralls wird man keine vollständigen Körper mehr finden."

+++ 19.46 Uhr: Der Fußball-Drittligist MSV Duisburg will die Einnahmen aus dem Freundschaftsspiel gegen den 1. FC Kaiserslautern am Freitagabend den Angehörigen der Schüler und Lehrer aus Haltern sowie der Schule spenden.

+++ 19.40 Uhr: Außenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) hat sich nach einem Flug über den Absturzort entsetzt gezeigt: "Vor Ort zeigt sich ein Bild des Grauens", sagte er. "Die Trauer der Familien und Angehörigen ist unermesslich. Wir müssen Ihnen jetzt gemeinsam beistehen. Wir sind alle in großer Trauer vereint."

+++ 19.39 Uhr: Die französische Flugunfallstelle BEA will sieben Experten zur Untersuchung der Absturzstelle schicken. Das kündigte die staatliche Einrichtung am Dienstag in Paris an. Zu dem Team kämen Experten des Flugzeugbauers Airbus und des Triebwerksherstellers CFM International hinzu. Außerdem sollen drei Mitarbeiter der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung mitwirken, dem deutschen Gegenstück zu BEA.

+++ 19.37 Uhr: Germanwings hat am Abend einen Flug von Madrid nach Düsseldorf kurzfristig abgesagt. Wie die staatliche spanische Nachrichtenagentur Efe am Dienstag berichtete, wurden an den Abfertigungsschaltern des Madrider Flughafens "operative Gründe" für die Streichung genannt.

+++ 19.25 Uhr: Die französische Regionalzeitung "La Marseillaise" zitiert einen Ermittler, der die Absturzstelle besichtigen konnte: "Da ist alles pulverisiert. Das einzige Bauteil, das wir noch erkennen konnten, war ein Fahrwerk. Kein schöner Anblick."

+++ 19.21 Uhr: Wie die französischen Zeitungen "Le Figaro" und "Le Monde" berichten, geht die Lufthansa von einem Unfall als Absturzursache aus. Dies habe eine Sprecherin bekannt gegeben.

+++ 19.18 Uhr: Die Grafik zeigt anschaulich, warum die Absturzstelle so schwer zugänglich ist.

Lieu précis du crash #Germanwings #A320 #4U9525 sur GoogleMap: https://t.co/2HpuGDILak pic.twitter.com/CEQoSdpfZS

+++ 19.13 Uhr: NRW-Ministerpräsidentin Hannelore Kraft berichtet, dass sie mit einer Angehörigen eines Opfers gesprochen habe, die sich in der Staatskanzlei gemeldet habe. "Das sind schwierige Gespräche. Was man tun kann, ist da sein und Trost spenden. Und das versuche ich, so gut es geht." Sie könne sich noch gut an die Loveparade-Katastrophe erinnern. "Ich kann mich gut in die Lage der Familien versetzen. Sie brauchen das Gefühl, dass sie nicht allein sind."

+++ 19.07 Uhr: Angesichts des Flugzeugabsturzes fällt auch eine Protestaktion von RWE-Mitarbeitern vor dem Landtag von Nordrhein-Westfalen aus. Die Arbeitnehmervertreter hätten unter dem Eindruck des tragischen Absturzes die für Mittwoch in Düsseldorf geplante Kundgebung abgesagt, um ihr Anliegen hinter die Trauer um die Opfer zurückzustellen. Das erklärte ein Sprecher von RWE Power am Dienstagabend.

+++ 14.04 Uhr: Der Spanische Konsul in Düsseldorf ist zum Flughafen gefahren, um die Angehörigen der Passagiere zu empfangen, wie das spanische Konsulat gegenüber unserer Redaktion bestätigt hat.

+++ 13.54 Uhr: Die französische Wetterseite Météo France teilte mit, dass das Wetter sehr ruhig war. Es war trocken, der Himmel war klar mit leichtem, fast gar keinem Wind. Es gab keine gefährlichen Wolken wie Gewitterwolken. Die einzigen Zonen, die von Regen und Gewitter betroffen waren, waren im Golfe du Lion und über dem Mittelmeer — Bereiche, die das Flugzeug am Morgen umflogen hatte.

+++ 13.53 Uhr: Im Flughafen von Barcelona treffen laut spanischen Medien die ersten Angehörigen der Passagiere der abgestürzten Germanwings-Maschine ein. Viele weinen. Im Terminal 2 hat die Fluggesellschaft Räume eingerichtet. Auch Mitarbeiter des deutschen Konsulats sind am Flughafen, um vor Ort Informationen zu erhalten.

+++ 13.52 Uhr: Die Fluggesellschaft Air Berlin hat nach dem Absturz einer Germanwings-Maschine ihr Mitgefühl ausgedrückt. "Unsere Gedanken sind bei den Passagieren und der Crew von Flug 4U-9525, bei ihren Familien und Freunden", hieß es in einer auf Englisch verfassten Mitteilung im Kurznachrichtendienst Twitter.

+++ 13.52 Uhr: Laut "Le Monde" ist der Unglücksort schwierig zu erreichen, erst in ein paar Stunden können die Rettungskräfte eintreffen.

+++ 13.51 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel gibt um 14.30 Uhr eine Pressekonferenz. Um 15 Uhr gibt es eine PK von Germanwings.

+++ 13.45 Uhr: Germanwings hat bestätigt, dass sich 144 Passagiere und sechs Besatzungsmitglieder an Bord der in Südfrankreich abgestürzten Bord befunden haben. Zunächst war von 142 Passagieren die Rede gewesen.

+++ 13.34 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel hat alle Termine abgesagt.

+++ 13.33 Uhr: Der spanische Präsident Mariano Rajoy zeigte sich auf Twitter bestürzt über die Ereignisse in Frankreich. Es sei eine Tragödie. "Wir arbeiten mit den französischen und deutschen Behörden zusammen." Rajoy befindet sich heute in der baskischen Stadt Vitoria und wird so schnell wie möglich zum Unglücksort nach Frankreich reisen, wie die Regierung erklärte.

Consternado por el accidente aéreo en Los Alpes. Una tragedia. Trabajamos con las autoridades francesas y alemanas en la investigación. MR

+++ 13.32 Uhr: Sowohl Außenminister Frank-Walter Steinmeier als auch Verkehrsminister Alexander Dobrindt sind auf dem Weg nach Paris.

+++ 13.30 Uhr: Germanwings und Lufthansa haben ihre Twitter-Logos als Zeichen der Trauer schwarz-weiß eingefärbt.

#Germanwings und #Lufthansa ändern ihre Profilbilder pic.twitter.com/3xhuabRfeC

+++ 13.20 Uhr: Die spanische Vizepräsidentin Soraya Saenz de Santamaria erklärte den spanischen Medien, dass es unter den Passagieren 45 mit spanischen Nachnamen gebe. Zudem sollen nach Berichten 42 Franzosen unter den Opfern sein.

+++ 13.19 Uhr: Zu dem Flugzeugabsturz erklärte Düsseldorfs Oberbürgermeister Thomas Geisel: "Mit großer Bestürzung habe ich vom Absturz der Maschine über den Alpen erfahren. Meine Gedanken sind bei den 154 Menschen die an Bord der Maschine waren und ihren Angehörigen. Durch den Krisenstab des Düsseldorfer Flughafens werde ich fortlaufend unterrichtet." Die Stadt hat unter der Nummer 0211 — 388 988 9 ein Krisentelefon eingerichtet. Die leitende Notfallpsychologin der Landeshauptstadt Düsseldorf ist bereits vor Ort am Flughafen und weitere Einsätzkräfte der Feuerwehr stehen bereit.

+++ 13.19 Uhr: Der Absturz hat die Aktien von Lufthansa und Airbus am Dienstag belastet. Die Papiere der Muttergesellschaft von Germanwings wurden am Mittag mit minus 4,28 Prozent auf 13,19 Euro ans Dax-Ende gedrückt. Die Papiere des Flugzeugbauers Airbus rutschten im MDax um 2,65 Prozent auf 58,46 Euro ab. Zunächst werde Lufthansa besonders hart getroffen, da die Fluggesellschaft auch einen Reputationsbonus als besonders sicherer Anbieter verliere, sagte ein Börsianer.

+++ 13.14 Uhr: Frankreichs Präsident François Hollande hat in einem ersten Telefonat nach dem Flugzeugunglück Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) seinen Beistand zugesichert. Hollande sagte, es sei wahrscheinlich, "dass es eine große Zahl deutscher Opfer gibt".

+++ 13.01 Uhr: Lufthansa-Chef Carsten Spohr sprach von einem "schwarzen Tag für die Lufthansa" und sagte: "Mein tiefes Mitgefühl gilt allen Angehörigen und Freunden unserer Passagiere und Crews."