Germanwings: Bericht einer Passagierin rührt Hunderttausende

Germanwings-Flug am Mittwoch: Der Bericht einer Passagierin rührt Hunderttausende

In sozialen Netzwerken bewegt eine Flugpassagierin mit einem Bericht über eine Reise am Tag nach dem Flugzeugabsturz Tausende Menschen. Es sind Zeilen, die Mut machen.

Während die Suche nach den Ursachen für den Tod von 150 Menschen bei dem Absturz einer Gemanwings-Maschine in den französischen Alpen andauert, geht der nationale und internationale Flugbetrieb weiter. In den Fliegern, die von Deutschland aus starten oder dort landen, herrscht vielerorts eine beklemmende Stimmung.

Auch einer unserer Autoren hat dieses Gefühl am eigenen Leib miterlebt, als er am Tag nach dem Absturz von Düsseldorf nach Barcelona und wieder zurück geflogen ist. Sein prägendstes Erlebnis war die vorherrschende Stille im Flieger vor dem Start. Als die Crew die Sicherheitshinweise verkündete, hörten die Passagiere gespannt zu, waren an jedem Detail interessiert.

Wenn verunsicherte Fluggäste nach kleinsten Informationen suchen, die sie nur ein Stück weit beruhigen, kann man sich in etwa vorstellen, wie die Ansprache eines Germanwings-Piloten bei einem Flug von Hamburg nach Köln am Mittwoch gewirkt haben muss. Die Facebook-Nutzerin "Britta Englisch" teilte die Ansage auf der Facebook-Seite von Germanwings mit Hunderttausenden Lesern. Gegenüber unserer Redaktion bestätigte eine Sprecherin von Germanwings, dass es eine solche Rede gegeben habe:

Gestern morgen um 8:40 h stieg ich mit gemischten Gefühlen in einen Germanwings Flug von Hamburg nach Köln. Doch dann...

  • Fotos : Germanwings: Tag vier der Bergungsarbeiten am Absturzort

Der Kapitän habe vor dem Flugbeginn jeden Passagier persönlich begrüßt und dann offen gelegt, dass auch er und die anderen Crewmitglieder vom Absturz des Fluges 4U 9525 tief getroffen worden seien. Die Crewmitglieder hätten alle Familie und sie würden alles daran setzen, diese Familien abends auch wieder zu sehen.

Was dann folgte, sei Applaus der Fluggäste gewesen. Die Facebook-Nutzerin dankte jedoch nicht nur mit Klatschen, sondern teilte diese Geschichte öffentlich. Nach nicht einmal einem Tag haben über 270\.000 Nutzer den Beitrag mit "Gefällt mir" markiert, 14\.000 Nutzer haben ihn geteilt. Die Kommentare unter dem Text zeugen von Bewunderung und Respekt. Eine Leserin schreibt: "Respekt an ihn, das zeugt von Menschlichkeit". Auch Kollegen des Piloten schreiben Kommentare. Eine Flugbegleiterin schreibt: "Ich bin mir ziemlich sicher für alle meine Kollegen zu sprechen, indem ich sage, dass wir alle nur das eine im Sinn haben und das ist nunmal, am Ende des Tages wieder festen Boden unter den Füßen zu haben." Allein diese beiden Kommentare gefallen jeweils über 9000 Personen.

Das Interesse an diesem Beitrag scheint zu zeigen, dass viele Menschen nicht so sehr Angst vor dem Fliegen an sich haben, sondern vor einer Ungewissheit oder dem Gefühl, womöglich einer Person zu vertrauen, über die sie nichts wissen.

(ac)
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