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Germanwings-Absturz als Uni-Aufgabe in Berlin

Prüfung in Berlin : Der Germanwings-Absturz als Uni-Aufgabe

Nach dem Absturz einer Germanwings-Maschine mit 150 Toten hat ein Berliner Jura-Professor mögliche Schadenersatzansprüche zum Thema einer Hausarbeit gemacht. Im Netz hagelte es dafür Kritik.

"Es handelt sich um einen aktuellen Fall, der die Öffentlichkeit beschäftigt. Dabei herrscht eine große Unsicherheit darüber, welche Ansprüche den Hinterbliebenen zustehen", erklärte Prof. Gerald Wagner von der Berliner Humboldt-Universität (HU) am Dienstag. Kritik daran könne er nicht nachvollziehen. Im Netz wurde die Arbeit als "geschmacklos" bezeichnet.

Es sei üblich, Studenten in Hausarbeiten mit aktuellen Fällen zu konfrontieren, die einen realen Hintergrund hätten, sagte Wagner. Die Hausarbeit solle die rechtliche Situation klären. Seine Studenten hätten sich kaum beschwert. "Von über 400 Teilnehmern haben sich fünf an einer Twitter-Konversation beteiligt und einige davon haben sich negativ geäußert." Einen Anlass, die Aufgabenstellung zu modifizieren, sieht Wagner deshalb nicht. Studenten sollen für ihre Hausarbeit im Modul Bürgerliches Recht Schadensersatz- und Schmerzensgeld-Ansprüche von Hinterbliebenen diskutieren.

Einen ähnlichen Fall hatte es Ende April in Berlin gegeben. Damals erinnerte eine Mathematik-Abituraufgabe an die Germanwings-Katastrophe.

Die Maschine war am 24. März in den Alpen abgestürzt. Laut Staatsanwaltschaft hatte der Copilot sie absichtlich gegen einen Berg geflogen.

(dpa)