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Kindsmörder verkleidete sich als "Tod": Gericht verhandelt Sicherungsverwahrung

Kindsmörder verkleidete sich als "Tod" : Gericht verhandelt Sicherungsverwahrung

Das Augsburger Landgericht verhandelt seit Freitag über die Sicherungsverwahrung eines Kindsmörders. An Fasching 2002 hatte sich der damals 19-Jährige mit einer Maske als "der Tod" verkleidet und die zwölfjährige Vanessa aus Gersthofen in ihrem Kinderzimmer erstochen.

Als Tod verkleidet ermordete er vor zehn Jahren eine Zwölfjährige in ihrem Kinderzimmer: Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen hat am Freitag in Augsburg der Prozess um die nachträgliche Sicherungsverwahrung des Mörders begonnen.

Die Jugendkammer des Landgerichts muss prüfen, ob der heute 29-Jährige auch nach Verbüßung seiner zehnjährigen Haftstrafe weiter hochgefährlich ist. Zum Zeitpunkt seiner Verurteilung konnte die Sicherungsverwahrung bei Jugendstraftätern noch nicht angeordnet werden.

Die Staatsanwaltschaft hält den Mann auch weiter für gefährlich und beantragte daher die nachträgliche Verwahrung. Er hatte sich damals mit schwarzem Umhang und grinsender Totenkopfmaske in das Kinderzimmer geschlichen und mit einem Küchenmesser mehr als 20 Mal auf das Mädchen eingestochen - nach dem Vorbild eines Horrorfilms.

Nach Ansicht der Staatsanwaltschaft hat der Verurteilte noch immer Tötungsfantasien. Er sei weiter eine Gefahr für die Bevölkerung und werde mit hoher Wahrscheinlichkeit wieder ähnliche Taten begehen. Der Verurteilte äußerte am ersten Verhandlungstag nicht. Wenn die Richter entscheiden, dass der Mann nicht mehr gefährlich ist, kommt er frei.

Eine Entscheidung wird Ende April erwartet. Vor dem Justizgebäude forderten am Freitag Demonstranten die Sicherungsverwahrung.

(APD/dpa)