Nach Tod von 15-Jähriger in Drogeriemarkt: Gedenkminute an Schulen in Kandel

Nach Tod von 15-Jähriger in Drogeriemarkt: Gedenkminute an Schulen in Kandel

Nach dem Tod einer 15-Jährigen in Kandel hat die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer jegliche Form von Gewalt verurteilt. Schüler in dem Ort hielten am Mittwoch eine Gedenkminute ab.

Die 15-Jährige war am 27. Dezember in einem Drogeriemarkt in Kandel in der Pfalz erstochen worden. Ihr Ex-Freund, ein Flüchtling aus Afghanistan, ist dringend tatverdächtig. Er sitzt in Untersuchungshaft. Die Tat erschrecke, mache wütend und traurig, sagte Malu Dreyer (SPD) am Mittwoch während ihres Neujahrsempfangs in Mainz nach Angaben der Staatskanzlei. Keine noch so schwere Lebensgeschichte, kein Trauma und keine Leidenserfahrung rechtfertige Gewalt bis hin zum Mord. Die Landesregierung nehme es ernst, der Gewalt vor allem gegen Frauen Einhalt zu gebieten und die Hilfe und Kontrolle bei der Integration von Flüchtlingen zu intensivieren.

"Unsere Gedanken sind auch beim Bürgermeister und den Flüchtlingshelfern des Landes", sagte Dreyer den Angaben nach. Sie seien "unglaublichen Anfeindungen" ausgesetzt. "Sie haben unsere Anerkennung und Solidarität verdient." Der Bürgermeister hatte pauschale Forderungen nach einem härteren Umgang mit Flüchtlingen beklagt.

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Mit einer Gedenkminute haben Schüler an die 15-Jährige erinnert. Zu der Aktion am Mittwochmittag hatte die Kreisschülervertretung im Kreis Germersheim aufgerufen. "Meines Wissens waren alle Schulen daran beteiligt, es kam von keiner Schule eine Absage", sagte der 18-jährige Michael Schnell von der Kreisschülervertretung im Anschluss. Nur die Grundschulen habe man außen vor gelassen.

Wie das Gedenken gestaltet wurde, habe man den Klassen und Kursen überlassen. Auf der Homepage der Integrierten Gesamtschule Kandel war zu sanfter Musik eine brennende Kerze zu sehen, daneben stand der Text: "Der Tod ist wie eine Kerze, die erlischt, wenn der Tag anbricht."

(oko)