Lebenden Tieren Federn ausgerupft Gänsezüchter wehrt sich gegen Kritik

Wistedt/Hannover (RPO). Der niedersächsische Gänsezüchters Schwerk wehrt sich gegen Vorwürfe, er habe systematisch gegen das Tierschutzgesetz verstoßen. Der Familienbetrieb erklärt, bei dem Federrupfen an lebenden Gänsen habe es sich um eine einmalige Aktion gehandelt. So habe man eine Infektion der Tiere besser erkennen wollen.

Hier werden Gänse lebendig gerupft
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Schwerk sagte, das Federrupfen sei eine einmalige Aktion bei lediglich einem Teil der Tiere gewesen, um eine unter den männlichen Tieren grassierende Infektionskrankheit erkennen zu können. Er sprach von einer "Riesen-Hetzkampagne".

Tierschützer wiesen Schwerks Darstellung zurück und sprachen von einer "Lüge". Unterdessen forderten die Grünen von Schwerk die Rückzahlung von EU-Agrarsubventionen, die der Betrieb in den vergangenen Jahren erhalten hat.

Seit Anfang der Woche ermittelt der Landkreis Harburg gegen den Betrieb wegen mutmaßlichen Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz. Verdeckte Recherchen der Hamburger Tierschutzorganisation "Vier Pfoten" hatten aufgedeckt, dass der Züchter offenbar seit Jahren lebenden Gänsen systematisch mit Maschinen die Federn ausrupfen lässt und sie an die deutsche Daunenindustrie verkauft. Sein Vorstandsamt im Dachverband, dem Bundesverband Bäuerliche Gänsehaltung, hat Schwerk mittlerweile niedergelegt.

Das Federrupfen bei lebenden Gänsen ist nach Angaben des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums in der Europäischen Union verboten.

(DDP)
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