Fulda: Priester gibt Amt wegen Frau auf

Gemeinde in Fulda : Katholischer Priester gibt aus Liebe zu einer Frau sein Amt auf

Ein katholischer Priester aus Fulda hat sein Amt niedergelegt, weil er mit einer Frau zusammenleben möchte. Er könne das Zölibat nicht länger durchhalten, schrieb er seiner Gemeinde.

Der Priester veröffentlichte auf der Internetseite der katholischen Pfarrgemeinde St. Paulus in Fulda eine Stellungnahme und erklärt darin, warum er sein Amt niederlegt. „Das Kirchenrecht der katholischen Kirche sieht für das Amt des Priesters die zölibatäre Lebensform vor“, schrieb der Priester. „Diese Lebensform, die für mich auch immer Einsamkeit bedeutet hat, kann ich nicht mehr länger für mich durchhalten.“

Er wolle sein Leben in Zukunft an der Seite einer Frau verbringen, kündigte der Priester an. Zu diesem Schritt habe er sich „nach reiflicher Überlegung und innerer Prüfung“ entschlossen. „Damit werde ich durch die Nichteinhaltung des Weiheversprechens automatisch vom Dienst als Priester suspendiert und darf in keiner Weise mehr priesterlich wirken oder im Dienst der katholischen Kirche arbeiten.“ Er fühle sich aber in der katholischen Kirche weiterhin zu Hause. Nach eigenen Angaben war er 21 Jahre lang Diakon und Priester.

Wie der Hessische Rundfunk berichtet, hat Dompräbendat Florian Böth am Sonntag die Fuldaer Gemeinden Sankt Peter und Sankt Paulus über den Entschluss des Priesters informiert. Er selbst werde vom 15. Juli ab die Vakanzvertretung übernehmen, sagte er bei der Verlesung einer Mitteilung von Prälat Christof Steinert.

Was der bisherige Priester in Zukunft machen werde, sei nicht bekannt, sagte der Pressesprecher des Bistums Fulda, Christof Ohnesorge. Die Pfarrstelle werde nun neu ausgeschrieben, der Mann sei ab sofort nicht mehr im Dienst. Neben dem Vakanzvertreter Florian Böth kümmere sich auch noch ein Kaplan um die Gemeinde.

(wer/epd)
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