Winter-Wetter Ende März: Fünf Gründe, warum es so bitterkalt ist

Winter-Wetter Ende März : Fünf Gründe, warum es so bitterkalt ist

Am Montag haben in NRW die Ferien begonnen und das Osterfest steht auch vor der Tür. Von Frühling ist aber vorerst nichts zu spüren. Der Winter hat Deutschland (noch) fest im Griff. Fünf Gründe, warum der März so frostig ist.

Eisige Minus-Temperaturen und Rekord-Werte: Auch zum Wochen- und Osterferienstart ist der Winter nicht klein zu kriegen. In Deutschland haben weiterhin die Minusgrade das Sagen, "und unterhalb der Main-Linie schneit es am Montag", erklärt Lars Kirchhübel, Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst auf Anfrage.

Vielerorts herrschen zweistellige Minus-Temperaturen und Schneefall — und das Ende März? Warum ist es immer noch so kalt hierzulande? Laut DWD liegt das vor allem an fünf Gründen.

Grund 1 - das Hoch

"Das Hochdruckgebiet 'Jill' bestimmt aktuell unsere Wetterlage maßgeblich", sagt DWD-Experte Kirchhübel. "Jill" liegt über Skandinavien, "aktuell über Norwegen. Das Hochdruckgebiet dreht sich im Uhrzeigersinn. Das wiederum hat zur Folge, dass die Polarluft aus West-Sibirien zu uns nach Deutschland kommt."

Grund 2 - das Tief

Das Tiefdruckgebiet über dem östlichen Atlantik verstärkt diesen Effekt laut Meteorologen sogar noch. "Das Tief dreht sich entgegen des Uhrzeigersinnes. Dadurch nimmt auch die Kraft und Intensität der Winde zu, die die kalte Luft nach Deutschland transportieren."

Grund 3 - der "Wind Chill"

Daraus resultiert auch Grund drei, der "Wind Chill" oder auch Windkühle genannt. Der "Wind Chill" misst die gefühlte Temperatur. Die momentane Wetterlage führt dazu, dass diese Temperatur besonders niedrig ist. Kirchhübel: "Je stärker die Winde desto kälter die gefühlte Temperatur. Insbesondere dann, wenn das Hoch Polarluft aus Skandinavien und Sibirien anzapft."

Grund 4 - der NAO-Index

Die Nordatlantik-Oszillation (NAO) — ein Index, der die unterschiedlichen Druckunterschiede zwischen dem Island-Tief und dem Azoren-Hoch misst. "Aktuell ist der NAO-Wert stark negativ. Das bedeutet, dass wir eine blockierende Lage habe und keine Tiefdruckgebiete von Westen her zu uns rüber kommen. Die Tiefs suchen sich ihren Weg über den Süden Europas und den Mittelmeerraum und sorgen dort für Niederschläge."

Für die Wetterlage in Deutschland bedeutet dies: "Auf diese Weise kann es bei uns immer wieder zu Kaltlufteinbrüchen und kalten Wintern kommen", erklärt Kirchhübel.

Grund 5 - der Kälte-Pool

Der Winter ist zäh und kalt. Da überrascht diese Erklärung des DWD-Experten nicht: "Der Kälte-Pool über Skandinavien und Sibirien, der sich jedes Jahr im Winter aufbaut, ist in diesem Jahr besonders hartnäckig." Die Frühlingssonne habe es bislang nicht geschafft, dieses riesige und zähe Reservoir an Minus-Temperaturen aufzubrechen.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Winterlicher März in Düsseldorf

(nbe)