Welttierschutztag am 4. Oktober: Fünf Fakten zum Tierschutz

Welttierschutztag am 4. Oktober : Fünf Fakten zum Tierschutz

Tiere sind für viele Menschen nicht mehr wegzudenken. Sie sind beste Freunde, Alltagshelfer, Lebensmittellieferanten oder Transportmittel. Doch welche Rechte haben diese Lebewesen eigentlich vor dem Gesetz? Wir beantworten fünf Fragen zum Thema.

Wie viele Haustiere gibt es in Deutschland?

Im Jahr 2010 lebten insgesamt 15 Millionen Haustiere in deutschen Haushalten — 7,9 Millionen davon beheimateten eine oder mehrere Katzen, in 4,9 Millionen Haushalten lebten Hunde. Doch auch Nagetiere sind mit 3,3 Millionen Exemplaren beliebt. In 2,5 Millionen Wohnungen leben Menschen mit Vögeln zusammen. Unbekannt ist, in wie vielen Haushalten Fische, Insekten oder Reptilien gehalten werden.

Welche Rechte haben Tiere?

Tiere haben keinerlei Rechte. Juristisch werden sie als Sachgegenstände behandelt. Der Tierschutz ist alllerdings im Grundgesetz verankert. Im Artikel 20a heißt es: "Der Staat schützt auch in Verantwortung für die künftigen Generationen die natürlichen Lebensgrundlagen und die Tiere im Rahmen der verfassungsmäßigen Ordnung durch die Gesetzgebung und nach Maßgabe von Gesetz und Recht durch die vollziehende Gewalt und die Rechtsprechung."

Neben diesem Eintrag im Grundgesetz gibt es aber auch ein Tierschutzgesetz. Im ersten Artikel des Gesetzes heißt es: "Zweck dieses Gesetzes ist es, aus der Verantwortung des Menschen für das Tier als Mitgeschöpf dessen Leben und Wohlbefinden zu schützen. Niemand darf einem Tier ohne vernünftigen Grund Schmerzen, Leiden oder Schäden zufügen."

Weiter hält das Gesetz fest, dass ein Halter ein Tiere seinen Bedürfnissen entsprechend ernähren, pflegen und unterbringen muss. Wirbeltiere dürfen nur unter Betäubung "oder sonst, soweit nach den gegebenen Umständen zumutbar, nur unter Vermeidung von Schmerzen getötet werden" - das gilt auch für das Schlachten.

Tierschützer halten das bestehende Tierschutzgesetz jedoch für unzureichend — sie argumentieren, dass vor allem in der Massentierhalten das Leid der Tiere immer noch viel zu groß ist.

Industrielle Tierhaltung — sollte man besser Bio kaufen?

Wer industrielle Tierhaltung nicht unterstützen will, greift oft auf Bio-Fleisch zurück. Der im September 2012 erschienene Quartalsbericht der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung zeigt, dass aufgrund der gestiegenen Nachfrage immer mehr Firmen auf "Bio" setzen. Seit der Einführung des staatlichen Öko-Kennzeichens im Jahr 2011 haben insgesamt 4106 Unternehmen ihre Produkte mit dem Zeichen "Bio nach EG-Öko-Verordnung" kennzeichnen lassen.

Um das Bio-Siegel zu erhalten, müssen die Firmen unter anderem sicherstellen, dass die Zutaten für die staatlich gekennzeichneten Produkte zu 95 Prozent aus dem ökologischen Landbau stammen. Die Betriebe verpflichten sich, die Bodenfruchtbarkeit zu erhalten und zu mehren und Tiere besonders artgerecht zu halten. Im Vordergrund steht dabei auch der Verzicht auf Gentechnik, Pflanzenschutzmittel und die Verwendung natürlicher Düngestoffe.

Dass Bio aber allerdings nicht bedeutet, dass die Hühnereier von Tieren stammen, die großzügigen Auslauf auf grünen Wiesen haben, zeigte kürzlich eine ARD-Dokumentation. Darin waren erschreckende Bilder aus vermeintlichen Bio-Ställen zu sehen. Das Fazit von Filmemachern und Tierschützern: Die größere Nachfrage nach Bio-Produkten begünstigt die industrielle Tierhaltung — auch in Öko-Betrieben.

Tierschützer bezeichnen das als Tierquälerei und kritisieren, dass Verbraucher in die Irre geführt werden: "Laut EG-Recht steht einem "Öko-Kälbchen" bis 100 Kilogramm Gewicht ein "Lebensraum" von insgesamt 2,6 Quadratmetern zu; diesen Lebensraum hat es für sich ganz allein, denn auch Öko lässt zu, dass Kälber schon in den ersten Lebenstagen von ihren Müttern getrennt und isoliert in so genannten Kälber-Iglus aufgezogen werden", wird auf der Website www.biowahrheit.de kritisiert, die von der Tierschutzorganisation "Die Tierfreunde e.V." betrieben wird.

Gibt es noch Tierversuche in Deutschland?

Ja. Versuche an Tieren zu medizinischen oder wissenschaftlichen Zwecken sind in Deutschland allerdings genehmigungspflichtig. In Paragraph sieben des Tierschutzgesetzes ist festgelegt, dass Tierversuche nur durchgeführt werden dürfen, wenn sie unter anderem zur Behandlung von Krankheiten des Menschen, zur Prüfung von Stoffen auf ihre Unbedenklichkeit für den Menschen oder für die Grundlagenforschung nötig sind.

Weiter heißt es, dass der zu erwartende Schmerz und das Leiden der Versuchstiere "in Hinblick auf den Versuchszweck ethisch vertretbar" sein muss. Tierversuche zum Testen von Waffen oder Munition sind verboten, ebenso Tests für Waschmittel, Tabakerzeugnisse oder Kosmetika — mit Zustimmung des Bundesrates können jedoch Ausnahmegenehmigungen erteilt werden.

Tierschützer argumentieren dagegen, dass die Tests unnötig sind, weil die Ergebnisse der Tierversuche nicht auf den Menschen übertragbar seien.

Wer setzt sich für Tiere ein?

In Deutschland gibt es diverse Organisationen, die sich für Tiere einsetzen. Darunter Greenpeace, Peta, DieTierfreunde und der Tierschutzbund.

Hier geht es zur Bilderstrecke: So werden Tiere für billige "Bio"-Produkte gehalten.

(anch)
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