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Freiburg/Wittlingen: Schnee sorgt für Verkehrschaos im Süden

Umgestürzte Bäume, versperrte Straßen : Schnee sorgt für Verkehrschaos im Süden

Starke Schneefälle sorgen für schwierige Verkehrsverhältnisse vor allem im Süden Deutschlands. Straßen und Schienen werden gesperrt, Fahrzeuge bleiben liegen, Bäume stürzen um - und eine Frau wird beim Gassigehen mit ihrem Hund von einem Baum erschlagen.

Starke Schneefälle haben im Süden Deutschlands in der Nacht auf Freitag für chaotische Verhältnisse im Verkehr gesorgt. In der Region um Freiburg im Breisgau etwa wurden Straßen gesperrt, Bäume stürzten auf Fahrbahnen und Autos blieben stecken, wie die Polizei mitteilte. Auf mehreren Bundesstraßen in Baden-Württemberg steckten viele Lkw die ganze Nacht fest. Nahe Wittlingen bei Lörrach wurde eine Fußgängerin, die mit ihrem Hund unterwegs war, von einem umstürzenden Baum getroffen, der wohl unter der Schneelast zusammenbrach. Die 72-Jährige starb im Krankenhaus an ihren Verletzungen. In Bayern waren einige Zugstrecken unpassierbar.

Die Polizei warnte eindringlich davor, die Gefahr, die von den Schneemassen ausgeht, zu unterschätzen. Zahlreiche Bäume drohten unter der Last zu brechen und seien eine tödliche Gefahr. Auch für das Wochenende haben die Meteorologen vom Deutschen Wetterdienst (DWD) für die Bundesländer winterliches Wetter prognostiziert - mit Werten um den Gefrierpunkt und nachts deutlich darunter; teils mit Sonne, teils mit Schnee. Auch vor Glätte wird weiter gewarnt.

Im Schwarzwald beseht aufgrund der Schneemassen in einigen Teilen Lawinengefahr. In weiten Teilen der bayerischen Alpen ist die Lawinengefahr inzwischen auf die zweithöchste Warnstufe gestiegen. „Die Situation bleibt angespannt“, betonte der Lawinenwarndienst Bayern. Schon am Donnerstag wurden viele Lawinenabgänge gemeldet. Wegen der erhöhten Lawinengefahr sperrten Ausflugsorte zahlreiche Wanderwege.

Bei Lenggries nahe Bad Tölz in den Voralpen ereignete sich auch bereits ein Lawinenunfall, bei dem zwei Menschen teilweise verschüttet wurden. Sie wurden im Aufstieg zum Brauneck auf etwa 1350 Metern von einer Lawine mittlerer Größe erfasst. „Der Neuschnee der letzten Tage löste sich im stark mit Triebschnee eingefrachteten Gipfelhang des Braunecks“, schilderte der Lawinenwarndienst. Die Beteiligten konnten sich am Donnerstag zum Glück unverletzt selbst aus dem Schnee befreien.

Zahlreiche Lastwagen sind auf der Bundesstraße 31 am Bodensee in der Nacht auf Freitag wegen starken Schneefalls liegengeblieben. Dutzende Fahrer mussten dort die Nacht verbringen, das DRK versorgte sie mit Verpflegung und warmen Decken, wie eine Polizeisprecherin am Freitagmorgen sagte. Die Fahrzeuge hätten sich auf bis zu zehn Kilometern gestaut. Querstehende Lkw sorgten dafür, dass der Verkehrsfluss in beide Richtungen zeitweise vollständig stockte, wie es weiter hieß. Zeitweise seien auch die Abschlepp- und Räumfahrzeuge nicht mehr durchgekommen.

Im Allgäu und in Oberbayern hat starker Schneefall am zweiten Tag in Folge den Zugverkehr teilweise zum Erliegen gebracht. Unter anderem sperrte die Bahn nach eigenen Angaben am Freitagmorgen die Strecken von Kempten nach Pfronten, Oberstdorf und Lindau. Betroffen waren auch Verbindungen im Fernverkehr von München nach Zürich. Auf der Strecke zwischen Memmingen und Lindau war vorübergehend kein Zugverkehr mehr möglich, die Strecke von Garmisch-Partenkirchen nach Reutte in Tirol wurde wegen umgestürzter Bäume wie am Vortag ebenfalls gesperrt.

Schnee und Glätte sorgten auch im Saarland für zahlreiche Verkehrsunfälle. Mehr als 20 witterungsbedingte Unfälle habe es von Donnerstagabend bis zum frühen Freitagmorgen gegeben, sagte ein Sprecher der Polizei. Es sei bei Blechschäden geblieben. Verletzte gab es demnach nicht. Ein 20 Jahre alter Fahranfänger in Sankt Ingbert habe etwa auf verschneiter Fahrbahn die Kontrolle über sein Auto verloren und sei in einen parkenden Wagen gekracht. Augenzeugen sollen beobachtet haben, wie der 20-Jährige am späten Donnerstagabend hupend beschleunigte und auf der Straße driftete.

(chal/dpa)