Frachter in der Nordsee: Erste Container am Strand von Borkum entdeckt

Nach Havarie der MSC Zoe : Erste Containerladung auf Borkum gestrandet

Frachter verliert 300 Container - niederländische Inseln voll mit Treibgut

Nach der Havarie des Riesenfrachters MSC Zoe ist auf der Nordseeinsel erstes Strandgut gefunden worden. Als nächstes könnten die Container Juist und Norderney erreichen.

„Es hat jetzt die erste Ladung gegeben, die auch in Borkum angespült worden ist“, sagte der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies (SPD) am Freitag in Hannover. Er rechnet damit, dass noch mehr anlandet: „Die Berechnungen, die gemacht worden sind, zeigen, dass Borkum, Juist und Norderney betroffen sein könnten - die anderen Inseln eher nicht.“ Die „MSC Zoe“ hatte in der Nacht auf Mittwoch in stürmischer See auf dem Weg vom belgischen Antwerpen nach Bremerhaven rund 270 Container verloren, darunter auch welche mit Gefahrgut.

Der SPD-Politiker nannte die hohe Zahl der beidseitig vom Schiff gefallenen Container extrem ungewöhnlich: „Bisher sind davon erst 20, die an Land gespült worden sind, gesichtet worden.“ Es gelte nun, neben Umweltschäden auch Gefahren für Leib und Leben der Anwohner und Urlauber zu verhindern und künftig mit angemessenen technischen Möglichkeiten solche Fälle zu verhindern. Für die Kosten habe der Verursacher - die Reederei - letztlich die Kosten zu tragen.

Der Riesenfrachter mit umgestürzten Containern. Foto: REUTERS/HANDOUT

Strandläufer der Kurverwaltung Borkum hatten am Morgen 30 Fernseher entdeckt, wie der Norddeutsche Rundfunk (NDR) berichtete.. Mitarbeiter der Kurverwaltung hätten das Treibgut eingesammelt. Die auf der Insel lebende Landtagsabgeordnete Meta Janssen-Kucz (Grüne) betonte: „Unsere größte Sorge gilt aber dem Gefahrgut, den Peroxiden. Wir hoffen, dass die Rettungskette von Behörden und Reederei funktioniert.“ Es seien rund 30 Geräte und einige weitere Haushaltsgegenstände angespült worden, bestätigte die Polizei auf Borkum.

(cpas/dpa)
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