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Flut im Ahrtal 2021​: Jürgen Pföhler soll laut Mitarbeitern „nicht mehr er selbst“ gewesen sein​

Bei Flut im Ahrtal 2021 : Pföhler soll laut Mitarbeitern „nicht mehr er selbst“ gewesen sein

Die Staatsanwaltschaft ermittelt aktuell noch gegen den früheren Landrat des Kreises Ahrweiler wegen womöglich zu später Warnungen und Evakuierungen bei der Flut im Jahr 2021. Nun gibt es neue Aussagen zweier enger Mitarbeiter. Demnach war Jürgen Pföhler bei der Katastrophe völlig anders als sonst.

„Es hat - glaub ich - jeder mitbekommen, dass der Landrat nicht mehr er selbst war“, sagte der damalige Leiter des Impfzentrums, Fabian Schneider, am Freitag im Untersuchungsausschuss Flutkatastrophe im Landtag in Mainz.

Ein anderer enger Mitarbeiter erlebte Pföhler am Abend der Flutkatastrophe (14. Juli) als „unheimlich persönlich betroffen“ und „fahrig“. „Ich habe den Mann nicht wiedererkannt“, sagte er. Pföhler habe sonst in allen Krisen, wie etwa bei Corona, „eigentlich immer die richtigen Entscheidungen getroffen“.

Gegen den Landrat ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen womöglich zu später Warnungen und Evakuierungen. Pföhler wird am kommenden Freitag (8. Juli) im Untersuchungsausschuss erwartet.

Überlastet und überfordert: So schilderten drei Mitglieder des Krisenstabs zuvor, wie sie sich am Abend der Sturzflut an der Ahr gefühlt haben. Die Angehörigen der Technischen Einsatzleitung des Kreises berichteten von Kommunikations- und Kapazitätsproblemen, die die Arbeit des Krisenstabs bei der Katastrophe vor knapp einem Jahr erheblich behindert hätten.

Es sei kaum möglich gewesen, von den Feuerwehren aus den verschiedenen Orten etwas über die jeweilige Situation zu erfahren, da die Verbindungen weitgehend zusammengebrochen gewesen seien, sagte ein ehrenamtlicher Mitarbeiter des Technischen Hilfswerks (THW), der am Abend Dienst in der Einsatzleitung hatte: „Ich kann keine Lage führen, wenn ich keine Rückmeldungen habe“.

Mehr als 750 Menschen waren bei der Sturzflut nach extremem Starkregen am 14. und 15. Juli 2021 im Ahrtal verletzt und Tausende Häuser verwüstet worden. 134 Menschen kamen ums Leben. Der Untersuchungsausschuss will herausfinden, wie es zu der Katastrophe kommen konnte.

(felt/dpa)