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Flugsicherheitsbehörde Easa für strengere Untersuchungen von Piloten

Reaktion auf Germanwings-Absturz : Flugsicherheitsbehörde empfiehlt strengere Piloten-Checks

Als Reaktion auf den Germanwings-Absturz im März 2015 schlägt die europäische Luftsicherheitsbehörde Easa strengere medizinische Überprüfungen von Piloten vor.

Die Anfangsuntersuchungen und auch die wiederkehrenden Untersuchungen sollten verstärkt werden, teilte die Behörde in Köln mit. Dabei sollen unter anderem auch Drogen- und Alkoholtests inbegriffen sein. Bei psychiatrischen Erkrankungen sollen die Nachfolgeuntersuchungen verbessert werden.

Derzeit konzentrieren sich die Untersuchungen, denen sich alle Piloten jährlich unterziehen müssen, auf deren körperlichen Zustand. Systematische psychologische Beurteilungen seien gegenwärtig nicht vorgesehen, räumte die Flugsicherheitsbehörde ein. "Deshalb können psychologische Defizite unentdeckt bleiben."

Auch die Ausbildung und Überwachung von Flugmedizinern müsse verbessert werden, erklärte die Easa. Die Empfehlungen werden nun an die EU-Kommission weitergeleitet, die noch in diesem Jahr einen Gesetzetnwurf erarbeiten will.

Bei dem Absturz im März 2015 hatte sich der deutsche Kopilot im Cockpit eingeschlossen und das Flugzeug auf dem Weg von Barcelona nach Düsseldorf gegen einen Berg geflogen. Alle 150 Menschen an Bord kamen ums Leben. Der Copilot hatte mehrere Jahre zuvor an Depressionen gelitten, dennoch wurde er später für flugtauglich erklärt. Die zuständigen Stellen bei Behörden und Fluggesellschaft erklärten, sie hätten nicht gewusst, dass die psychischen Probleme in den Monaten vor dem Absturz erneut aufgetreten seien.

(crwo/ap/afp)