Bau des Berliner Airports: Flughafenchef weist Täuschungsvorwurf zurück

Bau des Berliner Airports : Flughafenchef weist Täuschungsvorwurf zurück

Der Berliner Flughafenchef Rainer Schwarz hat den Aufsichtsrat bei den Problemen mit dem neuen Airport nach eigenen Worten nicht getäuscht. Schwarz wies den Vorwurf als falsch zurück, es sei schon Monate vor der Absage im Mai klar gewesen, dass es mit der Eröffnung des Hauptstadtflughafens am 3. Juni 2012 nicht klappen werde.

"Noch Anfang Mai ist von den Projektbeteiligten an keiner Stelle der Hinweis gekommen, dass die Inbetriebnahme nicht funktioniert", sagte Schwarz am Montag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Die "Bild"-Zeitung (Montag) hatte unter Berufung auf unternehmensinterne Unterlagen und Briefe berichtet, Schwarz habe dem Aufsichtsrat der Flughafengesellschaft monatelang verschwiegen, dass die Eröffnung verschoben werden müsse. Schon im Dezember 2011 habe die Beratungsfirma McKinsey vor Problemen gewarnt.

Schwarz sagte dazu, die Existenz der McKinsey-Schreiben sei "schon seit Mitte Mai bekannt und mehrfach in den Medien beleuchtet worden". McKinsey sei nicht für die Technik, sondern für die Koordination der Inbetriebnahme des Flughafens zuständig gewesen. Die Flughafen-Geschäftsführung habe Mitte März einen Brief von McKinsey bekommen, in dem "auf eine Vielzahl von Problemen hingewiesen wurde, aus denen die Inbetriebnahme schwer werden könnte", sagte der Flughafenchef.

Schwarz: Risiken waren Aufsichtsrat bekannt

Als Reaktion darauf hätten sich die fünf wichtigsten Bereichsleiter der Probleme angenommen, die schließlich zusätzliches Personal für die Brandschutztüren und mehr Abfertigungsschalter vorgeschlagen hätten. Diese "Endspurtmaßnahmen" habe der Aufsichtsrat am 20. April beschlossen. McKinsey habe am 13. April geschrieben, dass mit diesen Maßnahmen eine erfolgreiche Inbetriebnahme zum geplanten Termin "möglich erscheint", zitierte Schwarz aus dem Brief.

"Also insofern kann gar keine Rede davon sein, dass der Aufsichtsrat nicht wusste, dass es da um eine kritische Situation ging. Natürlich haben wir dem Aufsichtsrat erklärt, dass es da Risiken zur Inbetriebnahme gibt, aber dass wir der Meinung sind, dass mit diesen Endspurtmaßnahmen die Risiken beherrschbar sind", führte Schwarz aus.

Die "Bild"-Zeitung zitierte aus dem McKinsey-Brief vom 13. April eine andere Passage, in der es heiße: "Es bestehen also weiterhin erhebliche und - aufgrund des sehr eingeschränkten Probebetriebs - teilweise noch unvorhersehbare Inbetriebnahmerisiken."

(dpa)