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Simon-Wiesenthal-Zentrum: Festnahme von KZ-Aufseher Lipschis begrüßt

Simon-Wiesenthal-Zentrum : Festnahme von KZ-Aufseher Lipschis begrüßt

Das Simon-Wiesenthal-Zentrum in Jerusalem hat die Festnahme eines ehemaligen Aufsehers im Konzentrationslager Auschwitz begrüßt. Dies sei ein "erster Schritt", dem hoffentlich bald weitere folgen würden.

Das sagte der Leiter des Zentrums, Efraim Zuroff, der "Welt". Das Simon-Wiesenthal-Zentrum hatte das frühere SS-Mitglied Lipschis erst Anfang April auf eine Liste mit den Namen der zehn wichtigsten Nazi-Kriegsverbrecher gesetzt. Der 93-Jährige war am Montag durch die Stuttgarter Staatsanwaltschaft in Untersuchungshaft genommen worden.

Er steht unter dem Verdacht, im Konzentrationslager Auschwitz von Herbst 1941 bis Januar 1945 die Ermordung von Häftlingen unterstützt zu haben. Lipschis hatte Ende April auf Anfrage der "Welt" angegeben, er sei lediglich als Koch eingesetzt gewesen.

Die Zentrale Stelle zur Aufklärung von NS-Verbrechen in Ludwigsburg hatte im April mitgeteilt, dass sie gegen insgesamt 50 ehemalige KZ-Aufseher in Auschwitz Vorermittlungen eingeleitet habe. Gegen Lipschis ermittelte seit Herbst 2012 die Staatsanwaltschaft Stuttgart wegen Beihilfe zum Mord.

Der gebürtige Litauer, der im Zweiten Weltkrieg die deutsche Staatsbürgerschaft erhalten hatte, war 1956 nach Chicago emigriert. Dort wurde er Anfang der 80er Jahre wegen seiner verschwiegenen SS-Aktivitäten ausgewiesen. Daraufhin kehrte er nach Deutschland zurück und lebte im württembergischen Aalen.

(KNA/csr)