Was Verzicht bedeuten kann: Fasten: Auftauchen aus dem Alltagstrott

Was Verzicht bedeuten kann : Fasten: Auftauchen aus dem Alltagstrott

Düsseldorf (RPO). Fasten ist heute für viele Menschen eine spirituelle Erfahrung. Etwas, das sonst ganz selbstverständlich Raum einnimmt, wird abgestellt, um Platz für neue Erfahrungen zu machen. Um zur Ruhe zu kommen, sich aufs Wesentliche zu besinnen. Um Raum für Gedanken und Ideen zu schaffen - um auzuftauchen aus dem Alltagstrott.

Im Mittelalter war das Fasten noch ein strenges Gebot. Bei Zuwiderhandlung drohten der Verlust des Seelenheils und drastische Strafen. Von Stockschlägen über Einsperren bei Wasser und Brot bis zum Ausreißen der Zähne reichte das Spektrum: "Es war damals üblich, den Körperteil, der gesündigt hatte, zu bestrafen", weiß Klaus Unterburger von der theologischen Fakultät für Kirchengeschichte in Münster.

Heute wollen viele Menschen in der Fastenzeit sich und dem eigenen Körper eine Pause gönnen. Die Konzentration auf das Wesentliche ist es, was die Fastenzeit ausmacht. Nicht aus dem Vollen zu schöpfen, selbst wenn es zur Verfügung steht. Das kann den Blick für die kleinen Wunder schärfen, die in der von Tempo und Hektik bestimmten Welt sonst untergehen.

In Deutschland nimmt sich immerhin jeder siebte Bundesbürger vor, dafür auf irgend etwas zu verzichten - zum Beispiel auf Fleisch oder Süßigkeiten. Das ergab eine Umfrage für das Magazin „Stern“.

Die Fastenzeig währt 40 Tage von Aschermittwoch bis Ostern. Dabei werden die Sonntage nicht mitgezählt. Die Zahl 40 hat in der jüdischen und christlichen Überlieferung eine hohe Symbolkraft. Immer wieder findet sie sich in den Schriften des Alten und des Neuen Testaments.

Nach Einschätzung von Theologen steht die Zahl 40 damit für einen Zeitraum, der zu Buße und Besinnung auffordert, der Wende und Neubeginn ermöglicht.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Zehn Fasten-Ideen und ihr Sinn

Mehr von RP ONLINE