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ICE-Züge: Experte erwartet noch mehr Achsenschäden

ICE-Züge : Experte erwartet noch mehr Achsenschäden

Hamburg (RPO). Für die ICE-Züge sei die Belastungen auf den teils sehr alten Gleisen des deutschen Bahnnetzes zu hoch. Deswegen geht der pensionierte Maschinenbauprofessor Vatroslav Grubisic von einer Häufung von ICE-Achsenschäden aus. Der Bahn-Experte war unter anderem mit der Analyse des Zugunglücks in Eschede befasst.

Der Fachmann für Materialfestigkeit habe ausgerechnet, dass die für eine Betriebszeit von 30 Jahren ausgelegten Teile schon nach knapp zehn Jahren Probleme bekommen können, schreibt "Der Spiegel". Grubisic erwartet deshalb eine Häufung von Achsschäden, da fast alle ICE 3 und ICE T etwa gleich alt sind.

Nachdem Techniker der Deutschen Bahn bei ihren verstärkten ICE-Untersuchungen eine weitere schadhafte Achse entdeckt haben, gibt es dem Bericht zufolge nun auch erste Befunde von jener Radsatzwelle, die Anfang Juli bei der Ausfahrt aus dem Kölner Hauptbahnhof gebrochen war.

Bei den Untersuchungen durch die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung seien Silikateinschlüsse in den 16 Zentimeter dicken Stahlteilen festgestellt worden, die jedoch womöglich im Bereich der Toleranz lägen. Vor einer endgültigen Bewertung habe die Kölner Staatsanwaltschaft laut Oberstaatsanwalt Günther Feld die Überprüfung eines zweiten, unbeschädigten Radsatzes gefordert. Ein abschließendes Gutachten erwarte er bis zum Jahresende.

(afp2)