Europawahl 2019: Video will mit Schmerz, Blut und Freude Wähler mobilisieren

Werbevideo zur Europawahl 2019 : Mit Schmerz, Blut und Freude Wähler mobilisieren

Fast 33 Millionen Mal wurde das Video bereits aufgerufen: Ein neuer Werbespot zur Europwahl zeigt Kinder, deren Zukunft eng mit der Zukunft Europas verbunden ist. Freude, Schmerz und Angst zeigt der Film dabei in Nahaufnahme – das gefällt nicht jedem.

„Heute komme ich auf die Welt – wie Tausende Kinder in ganz Europa“, mit den Worten einer Kinderstimme startet das etwa dreiminütige Video mit dem Titel „Wähle deine Zukunft – Europawahl am 26. Mai“, veröffentlicht auf dem Account des Europäischen Parlaments. Die Stimme begleitet von dort an in englischer Sprache und mit deutschen Untertiteln verschiedene Paare bei der Geburt ihres Kindes. Alles ist mit einer einfühlsamen Melodie unterlegt.

Über 32 Millionen Aufrufe hat das Video bereits bei Youtube, mehr als 6100 Kommentare sind darunter zu lesen. Diese sind nicht unbedingt positiv. Bemängelt wird unter anderem, dass das Video die Emotionen eines Menschen und nicht seinen Verstand anspricht.

Denn zu sehen sind schmerzverzerrte Gesichter, Freudentränen und Lachen. Das Mädchen, dem die Stimme gehört, fragt sich dabei, wie die Welt wohl aussehen wird, in der die Neugeborenen aufwachsen. Sie fragt, was die Kinder erwartet. „Die meisten von uns sind geplant, manche von uns verändern Pläne. Und wir alle haben die Welt schon vor unserer Geburt verändert“, erzählt sie weiter.

Einige Kommentatoren finden genau diese Emotionalität gut. „Ja, es nutzt Emotionen, um Aufmerksamkeit zu erregen, aber für solche, die harte Fakten bevorzugen, ist ein dreiminütiges Video nicht das beste Medium. Daumen hoch von mir!“, schreibt beispielsweise ein Nutzer.

„Manche sagen, wir werden allein in diese Welt geboren. Aber das stimmt nicht“, sagt das Mädchen gegen Ende des Videos. Denn schon von der ersten Sekunde an leben Menschen mit anderen Menschen zusammen. Und jedes Kind, das geboren werde, sei ein weiterer Grund die Welt zu gestalten. „Unsere Herausforderungen sind global, aber als vereintes Europa können wir vorangehen und den Klimawandel bremsen, die Grenzen sicher machen, Terrorismus bekämpfen“, heißt es weiter. Und gemeinsam könnten die Menschen wirklich Großes erreichen. „Deshalb gehen wir wählen. Heute komme ich auf die Welt. Wähle das Europa, in dem ich aufwachsen soll“, appelliert das Mädchen zum Schluss.

(jms)
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