Verletzte in Esslingen Verdächtiger nach Messerangriff an Schule in U-Haft

Esslingen · Die Fahndung nach dem Täter nach der Messerattacke am Freitagvormittag an einer Schule in Esslingen scheint erfolgreich gewesen zu sein: Der Tatverdächtige sitzt in Untersuchungshaft. Der 24-Jährige sei „dringend tatverdächtig“, teilten die Staatsanwaltschaft Stuttgart und das Polizeipräsidium Reutlingen am Samstag mit.

 Ein Polizeiauto und mehrere Einsatzkräfte der Polizei stehen am Tag der Attacke vor der Katharinenschule in Esslingen.

Ein Polizeiauto und mehrere Einsatzkräfte der Polizei stehen am Tag der Attacke vor der Katharinenschule in Esslingen.

Foto: dpa/Christian Johner

Er sei am Samstagvormittag dem Haftrichter beim Amtsgericht Stuttgart vorgeführt und dann in eine Justizvollzugsanstalt eingeliefert worden. Es bestehe der Verdacht eines versuchten Tötungsdeliktes.

Der Verdächtige sei zuvor am Freitagabend von Einsatzkräften des Polizeipräsidiums Stuttgart widerstandslos festgenommen und der Kriminalpolizeidirektion Esslingen überstellt worden. Er hatte demnach in Stuttgart-Uhlbach einen Passanten angesprochen und diesen gebeten, die Polizei zu alarmieren. Er sagte, er sei für die Tat in Esslingen verantwortlich.

Zur Aufklärung der genauen Tatumstände wurde bei der Kriminalpolizeidirektion Esslingen eine 13-köpfige Ermittlungsgruppe gebildet. Der Täter hatte in der Esslinger Katharinenschule ein siebenjähriges Mädchen und eine 61-jährige Betreuerin mit einem Messer schwer verletzt. Die beiden Opfer hatten sich im Rahmen der Ferienbetreuung in der geschlossenen Schule aufgehalten. Sie wurden mit dem Rettungsdienst ins Krankenhaus gebracht und dort behandelt.

Nach bisherigen Erkenntnissen habe es sich bei dem Mädchen um ein Zufallsopfer gehandelt, zu dem keinerlei Vorbeziehung bestand, erklärte die Polizei. Nur durch das couragierte Einschreiten der Betreuerin sei der Angriff beendet und der Beschuldigte in die Flucht geschlagen worden.

Das bei der Tat verwendete Küchenmesser wurde laut Polizei gefunden und sichergestellt. Der in Deutschland geborene, niederländische Staatsangehörige sei polizeilich bislang nicht in Erscheinung getreten. Die Ermittlungen zu einem möglichen Tatmotiv dauerten noch an, eine mögliche psychische Erkrankung werde gutachterlich überprüft. Ein politisch motivierter Hintergrund werde ausgeschlossen.

(felt/epd)