Islamkritische Bewegung: Erzbischof Schick: "Christen dürfen bei Pegida nicht mitmachen"

Islamkritische Bewegung: Erzbischof Schick: "Christen dürfen bei Pegida nicht mitmachen"

Christen dürfen nach Ansicht des Bamberger Erzbischofs Ludwig Schick bei der islamkritischen Pegida-Bewegung nicht mitmachen. Er lehne die Aktionen "ohne Wenn und Aber" ab. Um das Christentum macht sich Schick indes Sorgen.

"Pegida-Aktivisten verbreiten Rassenhass und schüren irrationale Ängste unter den Menschen" gegen andere Kulturen und Religionen, sagte Schick am Donnerstagabend laut Manuskript bei einer Predigt im oberfränkischen Drügendorf. Er lehne ihre Aktionen "ohne Wenn und Aber" ab. Das Christentum predige Humanismus, gleiche Rechte und Würde sowie Gerechtigkeit und Frieden. Dies geschehe "nicht mit Demonstrationen", sondern durch einen "Dialog der Wahrheit und Liebe mit Andersdenkenden".

Wenn sich das Christentum zurückziehe, entstehe ein Vakuum, das von Aberglaube oder religiös verbrämten Radikalen aufgefüllt werde, führte der Erzbischof aus. "Unser Problem ist, dass das Christentum schwächer wird, und nicht, dass der Islam stärker wird." In Deutschland lebten viele Christen derzeit nicht in einer Situation von Advent und Weihnachten, also der Erwartung der Ankunft und Menschwerdung Gottes. "Wenn wir Weihnachten feiern als Nostalgie, mit gutem Essen und Trinken und dabei den lieben Gott einen guten Mann sein lassen, tragen wir zum Sterben des christlichen Glaubens bei."

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Schick sowie mehrere Mitglieder seines Domkapitels und weitere Mitarbeiter der Erzdiözese gingen auch in sozialen Medien auf Distanz zu Pegida. Dazu nutzten sie den Kurznachrichtendienst Twitter und die Facebook-Seite des Erzbistums. Für eine Fotomontage ließen sie sich mit einem Schild ablichten, das mit dem Hashtag "#nichtinmeinemnamen" beschriftet ist.

(KNA)
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