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Erfinder Gunter Demnig verlegt 75.000. Stolperstein in Memmingen

Steine erinnern an Nazi-Opfer : Erfinder verlegt 75.000. Stolperstein in Memmingen

In Deutschland und weiteren Ländern Europas wird mit den sogenannten Stolpersteinen an die Opfer der Nazi-Diktatur erinnert. Am Sonntag hat der Initiator des Projekts, der Künstler Gunter Demnig, in Memmingen den 75.000. Stolperstein verlegt.

Der Jubiläumsstein und ein weiterer Stolperstein erinnern künftig an das Schicksal der jüdischen Familie Rosenbaum, berichtete der Verein Stolpersteine in Memmingen. Die Steine wurden vor dem früheren Wohnhaus von Martha und Benno Rosenbaum verlegt.

Die Stolpersteine werden mit einer kleinen Messingplatte versehen, die biografische Angaben über die Opfer enthalten. Sie werden dann vor den früheren Wohnhäusern der Verfolgten des Naziregimes in den Bürgersteig eingelassen. Demnig arbeitet seit den 1990er Jahren an dem Erinnerungsprojekt, in Deutschland gibt es nach Angaben des Künstlers die kleinen Gedenksteine in mehr als 1250 Gemeinden.

In Memmingen werden seit 2014 Stolpersteine verlegt, mittlerweile sind mehr als 100 Stück im Stadtgebiet zu finden. Die Nazis hatten während des Pogroms am 10. November 1938 die Wohnung der wohlhabenden Familie Rosenbaum verwüstet, als die Eheleute nicht anwesend waren. Das Paar floh 1941 nach Montevideo, in die Hauptstadt Uruguays. Dort brachte sich der Mann drei Jahre später um. Nach Angaben des Memminger Vereins hat es Benno Rosenbaum nicht ertragen, dass er seine Geburtsstadt Memmingen verlassen musste.

(felt/dpa)