Lebenslange Haftstrafe Ehefrau vor Augen der Kinder erstochen

Berlin · Das Landgericht Berlin verurteilte am Mittwoch einen Berliner, der seine Ehefrau vor den Augen der Kinder niedergestochen hatte. Der 25-jährige erhielt eine lebenslange Haftstrafe. Richter Ralph Fischer begründete das Urteil mit dem Motiv des Täters: Dieser habe "aus verletztem Stolz gehandelt und um sein Herrschaftsrecht an Frau und Kindern durchzusetzen".

Der Angeklagte hatte seine Frau, die getrennt von ihm lebte, am 14. Oktober 2011 in ihrem Wohnhaus im Stadtteil Spandau vor den Augen der ein- und dreijährigen Kinder mehrfach in Kopf und Hals gestochen. Der Mann hatte die Messerstiche zugegeben, aber Tötungsabsichten bestritten.

Mord aus niederen Beweggründen

Das Gericht verurteilte den Berliner wegen Mordes aus niederen Beweggründen. Der 25-Jährige habe die Frau und die Kinder als sein Besitztum betrachtet, erklärte das Gericht. Mit der Trennung zwei Monate vor der Tat habe der Mann seinen Einfluss verloren. Die 23-Jährige lebte inzwischen mit einem neuen Partner zusammen, zu dem die Kinder bereits "Papa" sagten.

Auch in einem anderen Prozess am Landgericht gegen einen mutmaßlichen Doppelmörder aus Berlin-Wedding soll Rache und verletzte Ehre das Motiv gewesen sein, da sich die Ehefrau scheiden ließ. Die Staatsanwaltschaft forderte am Donnerstag eine lebenslange Haftstrafe für den Angeklagten. Der soll im Stadtteil Wedding mindestens zwölfmal auf das Auto gefeuert, in dem seine Ex-Frau und ihre Familie saßen. Die Schwiegermutter und Schwägerin des Mannes starben im Kugelhagel. Nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft wollte der Angeklagte alle töten.

(dpa)
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