Drohne versichern - das müssen Sie zur Drohnen-Versicherung wissen

Sorgenfrei fliegen : Drohne versichern - darauf müssen Sie bei einer Versicherung achten

Drohnen ermöglichen einen ganz anderen Blick auf die Welt - spektakuläre Fotos aus der Vogelperspektive oder beeindruckende Videoaufnahmen machen die Fluggeräte immer beliebter. Leider steigt aber nicht nur die Zahl der Drohnen am Himmel, sondern auch die Zahl der Unfälle am Erdboden.

Die dadurch verursachten Schäden können sehr teuer werden. Eine Versicherung schützt Sie im Schadensfall vor hohen Kosten. Doch welche Versicherungen gibt es eigentlich? Und was gilt es zu beachten, damit die Drohnen-Versicherung wirklich zahlt? Wir liefern den Überblick.

Was ist eine Drohnen-Versicherung?

Drohne auspacken, Fernbedienung aktivieren, und los geht's? So einfach ist es leider nicht, denn das Fliegen einer Drohne muss geübt und viele Dinge beachtet werden, bevor das kleine Fluggerät in den Himmel düsen kann. Hier machen wir Sie fit für Ihren ersten Drohnenflug. Aber wie sieht es rechtlich aus?

Der Absturz einer Drohne oder eine Kollision kann zu teuren Sachbeschädigungen und Unfällen mit Menschen führen. Für diese Schäden muss derjenige zahlen, dem die Drohne gehört. Für den Halter ist also eine Drohnen-Versicherung wichtig. Noch wichtiger ist es zu wissen, wann eine solche Versicherung zahlt.

Von einer Drohnen-Versicherung sind grundsätzlich nur legale Drohnenflüge abgedeckt. Jeder Drohnen-Pilot sollte deshalb gut mit der gesetzlichen Regelung vertraut sein. Andernfalls drohen Strafen und Bußgelder. Das gilt vor allem für die am 1. Oktober 2017 eingeführte neue Drohnen-Verordnung. Seither dürfen Multicopter zum Beispiel nur noch bis zu einer Höhe von 100 Metern geflogen werden.

Außerdem sind Flüge über Vogelschutzgebieten, Privatgeländen oder über Gebieten in der Nähe von Flughäfen ohne spezielle Genehmigung verboten. Um nicht den Überblick zu verlieren, können Sie zum Beispiel die kostenlose Drohnen-App der Deutschen Flugsicherung nutzen oder spezielle Flugkarten verwenden.

Jeder Drohnenbesitzer muss seine Drohne zudem mit einer Plakette versehen, auf der sein Name und seine Adresse stehen. Bei unbemannten Fluggeräten ab zwei Kilogramm Gewicht ist außerdem ein Drohnen-Führerschein Pflicht. Dieser ist nur gültig, wenn er bei einer vom Luftfahrt-Bundesamt anerkannten Stelle erworben wurde.

Muss man seine Drohne versichern?

Jede Drohne muss gegen Ansprüche auf Schadensersatz versichert sein. Das ist gesetzlich vorgeschrieben. Nur wenn Sie die Drohne ausschließlich im privaten Betrieb in geschlossenen Räumen fliegen lassen wollen, ist laut Gesetz keine Haftpflichtversicherung nötig.

Das Luftverkehrsgesetz unterscheidet Drohnen nach ihrer Nutzungsart. Ausschließlich privat genutzte Drohnen gelten als "Flugmodelle". Bei gewerblicher Nutzung wird von "unbemannten Luftfahrtsystemen" gesprochen. Bei beiden handelt es sich aber grundsätzlich um Luftfahrzeuge. Alle Halter von Luftfahrzeugen müssen eine ihre Haftpflicht abdeckende Versicherung abschließen. Diese Pflicht gilt seit dem 10. August 2005.

Dabei ist es egal, ob der Pilot die Drohne privat oder gewerblich fliegen lässt. Auch das Gewicht des Geräts spielt hier keine Rolle. Kleingeräte müssen genauso versichert werden wie schwere Drohnen, die mehrere Kilos auf die Waage bringen.

Laut Gesetzgeber stellen fliegende Drohnen grundsätzlich für ihre Umwelt eine Gefahr dar. Abstürze und Unfälle können passieren, ohne dass der Drohnen-Pilot zum Beispiel selbst einen Fehler gemacht hat. Das ist etwa der Fall, wenn die Technik während des Flugs plötzlich Probleme macht. Das Gesetz sieht hier deshalb die sogenannte "Gefährdungshaftung" vor, die zum Beispiel auch für Hundehalter gilt. Sie besagt, dass der Halter oder Pilot einer Drohne auch dann für entstandene Schäden haftet, wenn er sie nicht selbst verschuldet hat.

Laut Luftverkehrsgesetz gilt die Haftpflicht bei Unfallschäden durch Drohnen für bis zu 750.000 Rechnungseinheiten. Das entspricht in etwa einer Million Euro. Die versicherte Deckungssumme einer Drohnen-Versicherung muss deshalb mindestens etwa eine Million Euro betragen. Allerdings können bei einem Vorfall natürlich auch gleich mehrere Schäden auf einmal entstehen. Es ist deshalb ratsam, sich für einen Tarif mit einer deutlich höheren Deckungssumme zu entscheiden.

Welche Drohnen-Versicherungen gibt es?

Grundsätzlich wird zwischen zwei Arten von Drohnen-Versicherungen unterschieden: Haftpflichtversicherungen und Kaskoversicherungen.

Eine Haftpflichtversicherung leistet Schadensersatz im Falle einer Schädigung Dritter und deckt die gesetzlich vorgeschriebene Versicherungspflicht für Luftfahrzeuge wie Drohnen ab. Eine Kaskoversicherung ist optional und versichert Schäden am Gerät und dessen Verlust.

Im Falle der Haftpflicht-Versicherung haben Drohnen-Besitzer zwei Möglichkeiten, ihrer gesetzlichen Versicherungspflicht nachzukommen: über die allgemeine private Haftpflichtversicherung oder über eine spezielle Drohnenhaftpflichtversicherung.

Bei ausschließlich privater Nutzung ist eine Drohne gegebenenfalls bereits über die private Haftpflichtversicherung versichert. Diese Versicherung deckt oft auch Schäden durch Flugmodelle ab. Einschränkungen gibt es vor allem bei älteren Tarifen, die meist nur für "Flugmodelle ohne Motoren" gelten und somit keinen Schutz bieten. Hier sollten Hobbypiloten sich ganz genau informieren.

Neuere Tarife gelten außerdem oft nur für Drohnen mit einem geringen Gewicht. Am besten fragen Sie direkt bei der Versicherung nach und lassen sich schriftlich bestätigen, dass der Tarif die gesetzliche Haftpflicht im Sinne einer Gefährdungshaftung für das eigene Gerät abdeckt. Ein Vorteil der privaten Haftpflichtversicherung mit Drohnenschutz ist, dass meist auch der Ehepartner und die eigenen Kinder versichert sind.

Wer seine Drohne auch gewerblich nutzt und zum Beispiel mit Drohnenbildern oder -videos Geld verdient, ist nicht über die Privat-Haftpflicht versichert. Für den gewerblichen Betrieb ist in jedem Fall eine spezielle Drohnenhaftpflichtversicherung nötig. Diese wird oft unter den Namen "Halter-Haftpflichtversicherung" oder "Luftfahrt-Haftpflichtversicherung" angeboten. Sie muss den gewerblichen Einsatz ausdrücklich mit einschließen. Auch private Nutzer, deren Privathaftpflicht keinen ausreichenden Drohnenschutz gewährleistet, können sich über eine solche Versicherung versichern. Der Vorteil dieser speziellen Versicherungen ist, dass sie meist auch schwerere Geräte und den Betrieb durch Freunde versichern. Auch hier gilt, dass Piloten ihre Drohne erst dann fliegen lassen dürfen, wenn sie eine entsprechende Versicherung abgeschlossen haben.

Eine Kasko für Luftfahrgeräte ist hingegen optional, egal ob die Drohne privat oder gewerblich betrieben wird. Sie greift zum Beispiel bei Abstürzen und Bruchschäden und schließt oft auch Bedienungsfehler und eingebaute Kameras mit ein. Je nach Anbieter und Tarif lassen sich die Geräte auch gegen Diebstahl, Transportschäden oder vorsätzliche Beschädigung durch Dritte versichern. Wasserschäden sind allerdings fast immer ausgeschlossen.

Die Drohnen-Kasko ersetzt bei neuen Geräten innerhalb des ersten Jahres meist den Neupreis, bei älteren Geräten nur noch den Zeitwert. Viele Tarife gelten für mehrere Geräte. Privat-Tarife schließen häufig auch die Nutzung durch den Ehepartner und die eigenen Kinder mit ein.

Wer bietet Drohnen-Versicherungen an?

Privathaftpflichtversicherungen mit Drohnenschutz werden von vielen klassischen Versicherungsunternehmen angeboten. Teilweise bieten diese auch Drohnen-Halterhaftpflichtversicherungen und Kaskoversicherungen an.

Zu den weiteren Anbietern zählen spezielle Modellflugsportversicherer. Mitglieder von Modellflugverbänden verfügen oft automatisch über einen Basisschutz, der ganz einfach um eine Zusatzversicherung erweitert werden kann.

Die Angebote der einzelnen Anbieter unterscheiden sich teils stark, das gilt für Privathaftpflichtversicherungen wie für spezielle Quadrocopter-Versicherungen. Welche Versicherung am besten passt, hängt von den individuellen Bedürfnissen des Versicherungsnehmers ab.

So spielen zum Beispiel maximales Abfluggewicht der Drohne, die Anzahl der versicherbaren Drohnen oder Piloten sowie die Nutzung fremder Drohnen und der Betrieb durch Dritte eine Rolle. Oft nicht abgedeckt sind die Steuerung per Smartphone oder Tablet sowie der automatisch-autonome Flugbetrieb. Auch die Nutzungsart der Drohne spielt hier eine Rolle. So können etwa Wettflüge oder Foto-, Film- und Videoaufnahmen ausgeschlossen sein. Freies Fliegen außerhalb von Modellfluggeländen und Indoor-Flüge sind ebenfalls oft nicht erlaubt.

Die Versicherer bieten meist unterschiedliche Tarife für die private oder gewerbliche Nutzung an. Auch hinsichtlich ihres Geltungsbereichs unterscheiden sich die Tarife. Es gibt Policen, die einen weltweiten Versicherungsschutz gewähren, oft unter Ausschluss der USA und Kanadas. Andere Versicherungen sind nur in Europa gültig. Auch die versicherbaren Deckungssummen für Sach-, Personen- und Vermögensschäden fallen von Versicherer zu Versicherer unterschiedlich aus.

Einen Test der besten Drohnen-Modelle im Vergleich finden Sie hier.

Drohne versichern – das müssen Sie zu den Kosten wissen

Die Kosten für eine Drohnen-Versicherung variieren je nach Tarif. Spezielle Halterhaftpflichtversicherungen sind oft teurer als Privathaftpflichtversicherungen mit Drohnenschutz. Allgemein ist der ausschließlich private Betrieb von Drohnen günstiger versicherbar als der gewerbliche. Das gilt auch für Drohnen-Kaskoversicherungen.

Eine Privathaftpflichtversicherung mit Drohnenschutz kostet je nach Leistungsumfang etwa zwischen 20 Euro und 130 Euro pro Jahr. Meist liegt der Jahresbeitrag zwischen 70 Euro und 90 Euro. Eine Versicherung speziell für Drohnen kostet für den privaten Gebrauch je nach Bedarf etwa 40 Euro bis hin zu mehreren Hundert Euro. Für Jugendliche gibt es günstigere Tarife - gerechnet werden kann hier mit knapp 30 Euro.

Bei gewerblichen Versicherungen muss schon deutlich tiefer in die Tasche gegriffen werden. Hier bewegen sich die Preise in der Regel zwischen knapp über Hundert bis hin zu mehreren Hundert Euro pro Jahr. Von Drohnen verursachte Schäden können schnell sehr teuer werden. Die Deckungssumme der Versicherung sollte deshalb angemessen hoch gewählt werden und mehrere Millionen Euro umfassen.

Die Kosten für eine Drohnen-Kasko orientieren sich am Wert der versicherten Drohne. Die meisten Versicherungen bieten eine maximale Deckungssumme von mehreren Tausend Euro an. Eine Kasko für eine privat betriebene Drohne kostet etwa 120 Euro bis 180 Euro im Jahr. Erfolgt der Einsatz auch gewerblich, liegt der Jahresbeitrag für die Versicherung meist zwischen 150 Euro und mehreren Hundert Euro. Für angemietete Drohnen gibt es spezielle Kurzzeittarife, zum Beispiel für 10 Euro pro Monat.

Muss man seine Drohnen-Versicherung mitführen?

Ganz klare Antwort: Ja! Eine Drohne darf nicht ohne bestehende Haftpflichtversicherung fliegen und ein entsprechender Versicherungsschein muss bei Kontrollen stets vorgelegt werden können.

Drohne ohne Versicherung – gibt es eine Strafe?

Die Haftpflichtversicherung für Drohnen ist gesetzliche Pflicht – wer ohne unterwegs ist, riskiert eine Strafe. Der vorsätzliche oder fahrlässige Betrieb ohne Versicherung eine Ordnungswidrigkeit. Diese kann im Extremfall mit einem Bußgeld von bis zu 50.000 Euro geahndet werden. Und das will doch wirklich niemand riskieren.

Alles Wissenswerte zu Drohnen finden Sie hier.

Hier geht es zur Infostrecke: Sieben Fakten zur Drohnen-Versicherung - das müssen Sie beachten

Mehr von RP ONLINE