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DRK: Aufruf zum Blutspenden - Versorgung auf niedrigstem Stand

Versorgung nur knapp gesichert : Rotes Kreuz ruft in Coronakrise zu Blutspenden auf

Es gibt kaum noch genug Blutkonserven - und schuld daran ist offenbar die Corona-Krise. Das Rote Kreuz warnt: Sollten in den kommenden Tagen nicht genug Blutspenden eingehen, wäre die Versorgung „innerhalb kurzer Zeit nicht mehr lückenlos abgesichert“.

In der Coronakrise arbeitet der Blutspendedienst des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) nach eigenen Angaben mit Hochdruck an einer Sicherung der Patientenversorgung mit Spenderblut. Derzeit sei die Versorgung mit lebensrettenden Blutpräparaten „noch auf niedrigstem Niveau gesichert“, erklärte der medizinische Geschäftsführer des DRK-Blutspendedienstes Nord-Ost, Torsten Tonn, am Montag in Berlin.

Dies könne sich aufgrund der weiteren Ausbreitung des Erregers und den zunehmenden Einschränkungen des öffentlichen Lebens in vielen Teilen des Landes aber „in kurzer Zeit grundlegend ändern“. Sollten in den kommenden Tagen nicht genug Blutspenden eingehen, wäre die Versorgung „innerhalb kurzer Zeit nicht mehr lückenlos abgesichert“.

Laut DRK-Blutspendedienst Nord-Ost bereitet neben dem Wegbrechen der Spendenbereitschaft zunehmend auch Probleme, dass die üblichen Räumlichkeiten für Blutspendetermine oft nicht mehr zur Verfügung stehen. Vielfach gelten Versammlungsverbote. Das DRK stehe mit den Behörden in Kontakt, um Ausnahmegenehmigungen zu erhalten, hieß es.

Der Blutspendedienst Nord-Ost rief alle gesunden Bürger dringend zu Blutspenden auf. Bei einer Blutspende bestehe kein gesteigertes Risiko einer Coronainfektion, es seien zusätzliche Schutzmaßnahmen ergriffen worden. Gerade in der derzeitigen Frühphase der Epidemie in Deutschland seien zahlreiche Spenden wichtig, weil die Verbreitung des Virus in der Bevölkerung noch vergleichsweise begrenzt sei.

Alle Menschen, die in Risikogebieten waren oder Kontakt zu Coronainfizierten hatten, dürfen dabei nicht spenden. Wie das DRK weiter betonte, sind auch alle Menschen mit Symptomen einer Erkältung oder grippaler Infekte generell nicht zu Blutspenden zugelassen. Es gibt bisher keine Hinweise, dass Corona durch Blutspenden übertragen wird.

(ala/AFP)